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Akademikerfanclub 1899 Hoffenheim Rhein-Neckar Heidelberg 2007 e. V.

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1899 Hoffenheim vs. Borussia Dortmund

AHA

Ein positives Ergebnis führt zu einem negativen Erlebnis.

Baden.

Das ist nicht nur unsere Heimat, sondern auch ein Verb. Das ist noch nicht lustig. Auch dass das Wort „Verb“ sich vom lateinischen „verbum“ ableitet, ist jetzt kein Anlass zu ausgiebiger Heiterkeit, bestenfalls Überraschung, heißt doch „verbum“ nichts anderes als „Wort“.

Etwas lustiger ist es in dem Falle, wenn man „Verb“ auf Deutsch übersetzt: Tätigkeits- bzw. Tunwort, schließen kommt es gerade bei diesem Verb doch sehr auf den Ort an. So kann man, wenn man es in einem See tut, sehr wohl von einer Tätigkeit sprechen. In einer nach dieser „Tätigkeit“ genannten Wanne … meist beheimatet in einem nach dieser „Tätigkeit“ genannten Zimmer, obwohl man gerade da das am wenigsten macht … schon weniger.

Steigert man die Tätigkeit – wir sind wieder im See –, redet man nicht mehr von „baden“, sondern von „schwimmen“, was man in einer Wanne nicht kann, da sie zu wenig Raum für den nötigen Auftrieb durch Wasser bietet.

Allerdings braucht man zum Schwimmen nicht einmal immer Wasser. Das kann man auch beispielsweise in der Abwehr. Und wenn man das da tut, geht man im Spiel schon mal baden.

„Aha!“ :-)

Baden.

Das tat auch einst Archimedes, was die Geburtsstunde des Ausrufs „ηὕρηκα!“ („Heureka!“) geführt haben soll. (Soll, da diese Geschichten der alten Griechen ja zumindest insofern legendär sind, als dass es sich meist um Legenden handelt.) Nicht überliefert ist, ob er das aus Prinzip tat („baden“), aber seinem Einstieg in einen randvollen Wasserbehälter hat die Physik das „Archimedische Prinzip“* zu verdanken, denn er habe dabei entdeckt, dass genau jene Wassermenge ausgelaufen sei, die er beim Hineinsteigen ins Bad mit seinem Körpervolumen verdrängte. (Angeblich rannte er hernach nackt auf die Straße und schrie eben „ηὕρηκα“ (dt.: „Ich hab’s gefunden!“)

* „Der statische Auftrieb eines Körpers in einem Medium ist genauso groß wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums.“

Dieses Prinzip wandte er auch einmal an (also der Legende nach), um den Goldgehalt einer vom Herrscher Hieron II. den Göttern geweihten Krone prüfen, ohne sie jedoch zu beschädigen. Der König verdächtigte nämlich den Goldschmied, ihn betrogen zu haben. Um die gestellte Aufgabe zu lösen, tauchte er einmal die Krone und dann einen Goldbarren (sowie einen Silberbarren), der genauso viel wog wie die Krone, in einen vollen Wasserbehälter und maß die Menge des überlaufenden Wassers. Die Krone verdrängte mehr Wasser als der Goldbarren. Dadurch war bewiesen, dass die Krone ein kleineres spezifisches Gewicht hatte und daher nicht ganz aus Gold gefertigt sein konnte. Was aus dem Goldschmied wurde, ist nicht überliefert, aber gerne verweisen wir hier auf unseren Beitrag zum Thema „Hades“.

Baden.

Baden ist nicht nur unsere Heimat, sondern auch die von Karl Bühler. Als die TSG gegründet wurde, war er bereits etwas über 20 Jahre alt. Er erblickte am 27. Mai 1879 in Meckesheim das Licht der Welt und dürfte da zwar auch nackt gewesen sein, aber nicht gerannt sein und auch nicht „Heureka!“, sondern einfach nur so geschrieen haben.

1899 machte er im Matthias-Grünewald-Gymnasium in Tauberbischofsheim sein Abitur und zum Zeitpunkt der Gründung der TSG zog es ihn in die weite Welt: Erst Freiburg, Straßburg, dann Würzburg, München, dann zog es ihn in den Krieg, dann nach Wien. 1940 emigrierte er in die USA, wo er am 24. Oktober 1963 in Los Angeles verstarb.

All das ist nicht lustig, eher langweilig, aber jetzt wird es interessant, denn er, dieser Karl Bühler, hat Archimedes‘ Ausruf enthellenisiert. Ihm verdanken wir den globalen Ausdruck des Erkennens eines gesuchten, jedoch zuvor unbekannten Sinnzusammenhanges, dessen vorangehender Ausruf wir ganz aktuell mehr als Abkürzung kennen, dem aber nichtsdestotrotz ein Erlebnis folgt.

In der psychologischen Forschung zu „Einsicht“ taucht es oft als Charakteristikum auf, das sich nach einem vermeintlich vollendetem Erkenntnisprozess einstellt.

Der Wert von Erkenntnis ist ja auch heute nur sehr bedingt ausgeprägt und wenig wert. Sie wird nicht mit Gold aufgewogen, sondern dem Verlust von etwas Geringwertigem gleichgesetzt, wenn man die volksmündliche Übersetzung seines Ausdrucks („Der Groschen ist gefallen.“) zu wörtlich nähme.

Die Rede ist vom „Aha-Erlebnis“. Und diesen Begriff sowie seine wissenschaftliche Definition verdankt die Welt Karl Bühler, einem Mann aus unserer Heimat! O…äh… Aha!

Ja, genau! Und für ein solches Erlebnis braucht es nicht „Abstand – Hygiene – Alltagsmaske“, sondern etwas mehr, genauer: vier Merkmale:

  1. Das Aha-Erlebnis kommt plötzlich.
  2. Die Lösung eines Problems kann flüssig verarbeitet werden.
  3. Das Aha-Erlebnis löst einen positiven Affekt aus. (Bühler nennt das „Lustbetonung“.)
  4. Eine Person, die eine plötzliche Einsicht erlebt, ist von der Richtigkeit der Lösung überzeugt.

Diese vier Merkmale sind nach diesem Ansatz jedoch nicht losgelöst, sondern miteinander verbunden, denn eine hohe Verarbeitungsflüssigkeit**, vor allem wenn sie unerwartet und plötzlich auftritt, führt sowohl zu einer positiveren affektiven Bewertung wie auch zu Urteilen höherer Korrektheit oder Wahrheit von Aussagen.

** Das Fachwort, das die Leichtigkeit bezeichnet, mit der Gehirne Informationen verarbeitet werden können.

Dabei beschreibt die perzeptuelle Flüssigkeit die Leichtigkeit, mit der Wahrnehmungsreize verarbeitet werden können.
Abruf-Flüssigkeit beschreibt hingegen die Leichtigkeit, mit der Informationen aus dem Gedächtnis abgerufen werden können.

Verstanden? Naja, der nächste Kater verhilft bestimmt zu einem Aha-Erlebnis. Dürfte dann aber weh tun, weil die Gefäße verengt sind und damit die Verarbeitungsflüssigkeit eher zäh fließt.

So … aber mal so ganz am Rande … lässt einen das ja schon mal grübeln, ob es wirklich so richtig ist, „Hirnschmalz“ einzusetzen. DAS war jetzt auch lustig, oder?

Baden …

… gehen wollten wir  gegen den BVB natürlich nicht, obgleich Selbiges zu befürchten war, nachdem Kramaric und Kaderabek wegen Corona in Quarantäne mussten. Unsere Tormaschine kam – ebenso wie Nuhu – infiziert von der Länderspielreise zurück, was nachvollziehbarerweise die Gemüter erzürnte. Jedoch zeigt der Infektionsfall Kaderabek, dass sich jeder überall anstecken kann. Doch diese Erkenntnis wollte sich natürlich nicht durchsetzen, zumal man dadurch ja schon vor dem Anpfiff einen möglichen Schuldigen hatte, sollte das Spiel diesmal mehr ein Debakel als ein Spektakel werden, wie die letzten Partien gegen die Westfalen.

Doch schon eine Stunde vor Anpfiff wurde das relativiert, denn der Gegner lief eindeutig nicht mit der A-Mannschaft auf, was natürlich auch mit der Vergangenheit, also der Länderspielpause, zu tun hatte, aber vor allem mit der Zukunft, schließlich müssen sie bereits Dienstag in Rom spielen, während wir erst Donnerstag gegen Belgrad ranmü…dürfen. Jedenfalls Haaland, Reus, Bellingham, alle erstmal auf der Bank!

AHA!

Das machte Hoffnung, wie auch das Auftreten unserer Mannschaft. Bereits nach zehn Minuten hätten wir durch Gacinovic in Führung gehen können, aber er verzog.

Die Art und Weise wie er das tat, erklärte, warum er letzte Woche unter den Top-Ten im kicker landete. Diese Liste hatte die Überschrift:

„Diese Spieler warten am längsten auf ihr nächstes Tor.“ in der Bundesliga.

Überhaupt war die TSG in der Liste sehr gut vertreten:

– Platz   9: Mijat Gacinovic – 71 Spiele ohne Treffer (zuletzt: 12. Dezember 2017)
– Platz 10: Florian Grillitsch – 70 Spiele ohne Treffer (zuletzt: 17. März 2018)
– Platz   1: Kevin Vogt – 166 Spiele ohne Treffer (zuletzt: 18. Oktober 2014)

AHA!

Auch in der Folge hatten wir immer wieder so Fast- und mit dem Heimkehrer Rudy sogar eine der Großchancen in der ersten Halbzeit, um in Führung zu gehen, auch wenn die größte die Gäste hatte, jedoch konnte Skov den Ball für den geschlagenen Baumann vor der Linie klären. Danach hatten sie noch eine Chance, wo der Ball auf die Latte klatschte, aber das war es von ihnen – und so viel war das nicht. Da wäre mehr drin gewesen, aber … wir hatten halt ein Problem – und das war nicht zwingend nur das Fehlen von Kramaric … Aha!?

Das war unsere Aufstellung, genauer: die Einstellung, noch genauer: die Zustellung, super genau: die Zustellungen.

Nominell, in Anbetracht der zur Verfügung stehenden Spieler, hat Hoeneß da schon eine ganz gute Truppe zusammengewürfelt, aber es war so offensichtlich, dass diese Elf so noch nie gekickt hat, so dass man nicht von einem A-, auch keinem AH-, aber halt einem AHA-Team sprechen muss:

Abwehr – Hühnerhaufen – Angriff

Bis zum völlig idiotischen Gegentor (und den oben erwähnten Möglichkeiten) hatten die Dortmunder nur eine nennenswerte Torerzielungsmöglichkeit. Ansonsten gelang es unserer Verteidigung mit viel Einsatz sowie cleveren Spielverlagerungen und Tempowechseln den Gegner vom eigenen Kasten fernzuhalten, auch wenn Posch definitiv nicht seinen besten Tag hatte.

Der Spielaufbau war hingegen oftmals ein Graus. Ein klares Positionsspiel war nicht zu erkennen, die Pässe oftmals ungenau und noch viel öfter standen viele Spieler der TSG auf sehr engem Raum zusammen, so dass sie sich selbst zustellten statt sich die nötigen Bälle in die Tiefe.

Dabei gab insbesondere Geiger den Weiß (die Älteren erinnern sich): viel Wirbel, wenig Ertrag. Auch Samassekou konnte sich (und seine Mitspieler) nicht so recht in Szene setzen, während auf den Flügeln Rudy und Bebou rechts sowie Skov und Gacinovic links einfach zu nah beieinander standen oder einfach zu wenig/schlecht kombinierten, um häufiger gefährlich vors Gästetor zu kommen.

Vorne kam Belfodil wieder mal zum Einsatz, was er in Anbetracht der sehr langen Abwesenheit für und auf seine Art sehr, sehr ordentlich machte, aber weder er noch Gacinovic noch Bebou sind Spieler, die aus dem Stand Gefahr entwickeln. Und so gut es oft klappte, durch Querverlagerungen die Borussen defensiv in Bewegung zu halten, in die Tiefe war’s mau – und deren letzte Reihe eine Mauer, die wir in der zweiten Halbzeit nur ein Mal überwinden konnten, aber da lagen wir bereits 1:0 zurück.

Jedem war klar, dass wir bis zur 60. Minute unbedingt in Führung liegen sollten, denn es war zu erwarten, dass Favre entsprechend einwechseln würde ­– und so kam es ja dann auch. Und kaum waren Haaland und Reus auf dem Platz, war der Ball eigentlich recht grundlos in unserem Tor. Die Gäste köpften einfach einen hohen Ball von Baumann zurück, der wurde weitergeleitet und leider von Haaland aufgenommen (hätte das Reus getan, wäre es Abseits gewesen), der alle Aufmerksamkeit auf sich zog, querlegte, wo Reus dann nur noch einschieben musste. DAS war alles andere als lustig.

In der Folgezeit entwickelten die Dortmunder wie in sooo vielen Partien zuvor sehr, sehr viele Chancen, aber konnten, wie in sooo vielen Partien zuvor, keine davon verwandeln, so dass man doch immer noch Hoffnung hatte, dass wir vielleicht doch noch …, aber leider nutzte Baumgartner eine Riesenchance lediglich zur Rückgabe – und noch leiderer verzogen wir die letzte Ecke, bei der sogar Baumann im Strafraum war, doch recht kläglich.

A…US!

4 Spiele, 6 Punkte, bei dem Startprogramm sehr ansehnlich. Und auch der Kick an sich … ansehnlich. Anstrengend hingegen war es, Stimmung zu machen, denn es gab die Vorgabe, während des gesamten Spiels Maske zu tragen, was zum einen nur bedingt ansehnlich ist, zum anderen aber macht es das Singen und Schreien schon eher unmöglich.

„Einfach die Klappe halten, wenn man da sitzt, den Wettkampf anschauen und nicht brüllen. Das ist es, was zu tun ist.“

Das forderte ein Ministerpräsident bereits vor einem Monat im Fernsehen, aber kein deutscher. Es war der niederländische MP, im niederländischen TV. Also nicht der unsrige. Herr Kretschmann hält sich da bislang ja nicht nur mit Maske bedeckt, wie es mit dem Stadionbesuch weitergeht. In Freiburg musste das Spiel ja kurzfristig doch ohne Zuschauer ausgetragen werden, weil dort diese Anzahl der neu auftretenden Erkrankungen innerhalb einer Personengruppe von bestimmter Größe während eines bestimmten Zeitraums (7-Tage-Inzidenz***) von Donnerstag 29,8 je 100.000 am Freitag auf 37,2 sprang. Bei uns liegt er aktuell bei 28,0.

Dass es sich hierbei nicht um wirkliche Erkrankungen handelt, sondern um Menschen mit einem „positiven Coronatest“, tut für die handelnden Personen nichts zur Sache. So sind nun mal die Regeln und wir haben uns daran zu und gehalten.

So wird auch die TSG das tun – und auf Kramaric und Nuhu für zehn, Kaderabek sogar für 14 Tage verzichten (müssen) …

,… während beispielweise Amadou Haidara von RB Leipzig, der ebenfalls positiv auf Corona getestet wurde, nicht in Quarantäne muss – was mit dem Gesundheitsamt so abgesprochen sei –, da er nicht infektiös sei. AHA! (Quelle)

*** Spannend wird es dann, wenn man die 7-Monats-Inzidenz anführt.
Die hat allerdings nichts mit Medizin zu tun, sondern mit Volkswirtschaft. Da beschreibt Inzidenz Wohlstandseinbußen, also die Gesamtheit der Zahllasten und der durch die Steuer verursachten Zusatzlasten.

Aha!

Das kommt bestimmt auch noch irgendwann auf uns zu. Aber nicht jetzt. Jetzt sind wir ja noch einigermaßen flüssig, aber es ist gewiss ratsam, seine Schäf…Scheinchen ins Trockene zu bringen. Das werden wir alle noch früh genug …

Schöne Grüße aus …

Baden :-)

 

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