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Akademikerfanclub 1899 Hoffenheim Rhein-Neckar Heidelberg 2007 e. V.

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1. FC Köln vs. 1899 Hoffenheim

Raus mit Riesenapplaus

Die (erst-)best-e Niederlage der Saison.

22.38 Uhr war es so weit: Der Schiedsrichter pfiff. Zweimal. Abseits. Schluss. Und damit war es besiegelt: unser Aus im diesjährigen DFB-Pokalwettbewerb – und das „dank“ einer Fehlentscheidung, denn der Treffer in der letzten Sekunde fiel regulär. Aber das kann und sollte man auch positiv sehen, denn erstens ist es, wie es ist – und zweitens hätte das Spiel trotz anderem Ergebnis zehn, fünfzehn Minuten später denselben Ausgang nehmen können. (Ja, vielleicht auch nicht.) Aber so haben wir den „Schuldigen“ für das Ausscheiden immerhin nicht in den eigenen Reihen, was der Fall gewesen wäre, wären wir nach Elfmeterschießen ausgeschieden.

So schieden wir nach vielem aus – Verlängerung, großem Einsatz, klasse Kombinationen, viel Einsatz, stetem Willen und einem über über 120 Minuten tollen Spiel – beider Mannschaften, aber vor allem der TSG.

„Die ersten 20 Minuten waren die besten der Saison,“ hat Nagelsmann (so oder so ähnlich) nach dem Spiel gesagt – und es war eine Untertreibung. Es war die beste TSG seit Jahren.

Zum Beweis (naja: Beleg) hierfür sei zuerst das Offensichtliche herangeführt: ein sehr ballsicherer und kombinationsfreudiger Spielaufbau von Spielanfang an – und das auswärts in einer Stätte, die spaßigerweise „Stadion“ heißt, obwohl sie sich mit Fug und Recht insbesondere an diesem Abend hätte „Arena“ nennen können. #pokalatmosphäre_pur

Aber es gab auch durchaus andere Indikatoren, die den TSG-Fan erfreuten: Körpersprache, Kommunikation der Spieler untereinander, Zweikampfverhalten sowie auch das Spiel ohne Ball. Da wurde verschoben, sich angeboten, der Ballführende war diesmal nur insofern die ärmste Sau auf dem Rasen, weil er ständig die Qual der Wahl hatte, welche der ihm sich darbietenden Anspieloptionen er wählen sollte. So lösten unsere Verteidiger fast alle Situationen unabhängig des situativen Drucks spielerisch, was dementsprechend Räume im eigenen Spielaufbau bot, die auch reichlich genutzt wurden.

Schon nach wenigen Minuten belohnte sich die Mannschaft mit dem 1:0 durch Hübner, der sich im gegnerischen Fünfer im Luftduell gegen Wagner ( :-) ) durchsetzte.

Danach kontrollierten wir das Spiel, lullten uns aber vielleicht selbst etwas ein. Hinzu kamen leichtere Ballverluste, vor allem von Rupp, der zusammen mit Baumann der ballunsicherste Spieler war.

Die Kölner nutzten diese labilen Stellen im Gefüge der TSG, setzten diese mehr und mehr unter Druck, wodurch sie insgesamt unsere Mannschaft etwas mehr in die Defensive drückte, der es aber ihrerseits gelang, die Gastherren weit vom Tor entfernt zu halten. Aber leider gelang ihnen dennoch der Ausgleich – nach einem Freistoß aus der Nähe von Düsseldorf getreten. Selten war das Wort „Ballistik“ passender, denn die Flugkurve, die das Spielgerät nahm, nachdem es dem Richtungsimpuls ausgesetzt war, war eine Wissenschaft für sich und sollte in keinem Studienbuch für angehende Physiker im Hauptstudium fehlen.

In der Kabine dürften beide Trainer ihren Spielern dasselbe gesagt haben: „Passt bloß auf, dass die nicht noch eins schießen. Die werden nicht nachlassen zu versuchen, eins zu schießen – und wenn es ihnen gelingt, werden sie es nicht zulassen, dass wir das wettmachen.“ (Naja, eher sinngemäß.)

Entsprechend war das Spiel aufgrund seines Pokalcharakters in der zweiten Halbzeit von wesentlich mehr Kontrolle geprägt, ohne dabei aber nachlässig zu werden, was die Erwitterung von Chancen betrifft. Hierbei legten wir durch unser Rückpassspiel auf Baumann mehr Köder aus als der Gegner. Auch dass er immer wieder zu weiten Abschlägen gezwungen war, diente eher den Gastgebern als uns. Doch obwohl sie optisch mehr vom Spiel hatten, hatten auch wir beste Chancen – und nachdem wir gut zwei Drittel der 2. Halbzeit schadlos überstanden hatten, auch den Willen, das Spiel zu unseren Gunsten binnen der regulären Spielzeit zu beenden. Das beste Signal hierfür war die Einwechslung von Vargas.

Das Spiel kippte zwar nicht, aber wir gewannen wieder mehr Zweikämpfe, Terrain und Selbstbewusstsein. Die Folgen waren Chancen, die aber leider für die Kölner ohne Folgen blieben, so dass es in die Verlängerung ging, in der die einzige wirklich größere defensive Unsicherheit mit dem Gegentreffer bestraft wurde: Zuber konnte seinen Gegenspieler nicht an der Hereingabe hindern, Vogt, der ein ganz großes Spiel gegen seinen Ex-Klub machte, traf den Ball nicht richtig, Süle in der Mitte verlor Modeste aus den Augen, der den abgefälschten Ball unmöglich nicht ins Tor hätte bugsieren können.

Doch ein Rückstand in der 1. Minute der Verlängerung ist so schlimm nicht, was auch die Spieler so sahen, wie man an ihrer Körpersprache sofort erkannte. Umgehend ging es verstärkt in die Offensive, was natürlich dem Gegner Raum bot, aber bis auf wenige Male ging keine Gefahr mehr für unser Tor aus. Ihre beste Chance war ein Fast-Eigentor von Demirbay.

Wir dagegen hatten gefühlt ein Dutzend, aber nutzten keine. Es waren eher Distanzschuss-Chancen, aber ganz gleich, ob der Schuss aus 12, 16 oder 20 Metern abgegeben wurde, das Tor wurde einfach nicht getroffen. Nur die Bälle, die wir aus unter zehn Metern Richtung Tor schossen, erreichten auch ihr Ziel, allerdings meist kläglich langsam, also problemlos für den Kölner Keeper. Er war auch so ziemlich der einzige, der sich nicht mit Krämpfen auf dem Boden wand, womit wir nicht die Kölner des Zeitspiels bezichtigen, sondern unsere Mannschaft ob ihrer Fitness loben wollen. Da wollte jeder, da konnte jeder und da tat jeder alles dafür, vielleicht doch noch den Ausgleich zu erzielen – was in der letzten Szene des Spiels Szalai auch spektakulär gelang. Doch der Linienrichter erkannte auf Abseits – und der wirklich gut leitende Hauptschiedsrichter folgte ihm, was so verständlich ist wie es schade war. Andererseits tat er es auch in einigen Szenen zuvor, wo derselbe Linienrichter zu unseren Gunsten auf Abseits erkannte in Szenen, die deutlicher waren. Das sollte man der Fairness halber nicht unerwähnt lassen.

Dann war das tolle Spiel zu Ende. Ärgerlich, weil allein ein 2:2 besser ausgesehen hätte. Aber wie gesagt, im Elfmeterschießen auszuscheiden wäre irgendwie noch bitterer gewesen, vor allem, wenn wir in dem Punkt, also vom Punkt die Qualität der letzten Spiele an den Tag gelegt hätten. Da gibt unsere Quote mehr Anlass zur Sorge als zur Hoffnung. Aber vielleicht wäre es ja ganz anders gekommen, vielleicht hätten wir da die besseren Nerven und Schützen gehabt, vielleicht wären wir weitergekommen. Vielleicht nicht.

Jetzt ist es, wie es ist. Aus dem Pokal sind wir raus – mit Riesenapplaus – und in der Liga immer noch ungeschlagen. Und wenn man den Auftritt unseres Teams gesehen hat, gibt der wiederum viel Anlass zur Hoffnung, dass dies auch am Montag so sein könnte.

P.S.: Im Achtelfinale gegen den HSV wäre schon arg schön gewesen. :-) Egal, is’ nicht. Weiter geht’s …

Move on up!

 

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