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Akademikerfanclub 1899 Hoffenheim Rhein-Neckar Heidelberg 2007 e. V.

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MSV Duisburg vs. 1899 Hoffenheim

Klimawandel

Die Zeiten haben sich geändert …

Exkurs: Relativität

Es gibt viele Diskussionen, die in Deutschland, genauer: den deutschen Medien geführt werden, deren Relevanz in reziproker Relation zur Emotionalität stehen. So ist es hierzulande nicht unüblich, sich zum US-Präsidenten zu äußern oder dem (Aus-)Scheidungstermin des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union – und dies auch dergestalt zu kommentieren, dass deutlich wird, wie klug und strukturiert man selbst sei, wie dumm und chaotisch die andere Seite.
Ob der-/diejenige das wirklich ist, sei dahingestellt – und wir wollen das an dieser Stelle jetzt auch gar nicht episch ausbreiten, zumal das Spiel vom vergangenen Wochenende sich dafür viel besser geeignet hätte. Stichwort: Berliner Flughafen.

Thema: Umstellungen (I)

Hier soll es um das DFB-Pokalspiel gegen den MSV Duisburg gehen, aber auch diese Partie bietet hierfür eine schöne Grundlage für die Bestätigung der eingangs erwähnten These, denn während die bisherigen Paarungen im Oktober bei 12° C, 17° C und wiederum 17 ° C stattfanden, waren es gestern an der Wedau gerade mal 5°C, und dabei hatten wir noch Glück, denn das Spiel gehörte zu den Begegnungen, die bereits um 18.30 Uhr angepfiffen wurden – und da war es nicht nur schon sehr kalt, sondern auch schon richtig dunkel. Das erste Spiel nach der Rückkehr zur Normalzeit …

Exkurs: Da hilft kein Jammern und kein Lästern,
               was heute ist, ist morgen gestern.

… Nein, NICHT Winterzeit, denn die gibt es nicht – und Zeitumstellung ist ein Begriff, den zumindest Physiker zu Recht sehr kritisch sehen, denn nach ihrer (richtigen) Definition beschreibt Zeit, ohne jetzt auf das Einstein’sche Modell der „Raumzeit“ eingehen zu wollen, seit dem Urknall eine Abfolge von Ereignissen, die eine eindeutige, unumkehrbare Richtung hat. Wer also die Zeit umstellt, geht in die Vergangenheit, was zur Folge hätte, dass es keine Zukunft mehr gäbe, oder aber die Gegenwart wäre zugleich Zukunft ohne Vergangenheit.

Sind wir schon wieder zu pseudo-intellektuell?

Pardon …

Exkurs: Der Bruder, der aus der Zukunft kam

Wie wäre es damit? Vielleicht stimmt das, was wir oben schrieben, auch nicht 100%ig, aber müsste so sein, wenn wir die beiden süßen Fratzen als Beispiel nehmen:

Zwillinge_Zeitumstellung

Das sind die Zwillinge Ronan und Samuel Peterson aus der Nähe von Boston. Samuel erblickte zuerst das Licht der Welt, dann kam Ronan. Ronan, also der Jüngere, ist jedoch verbrieft älter als sein Bruder Samuel, denn dieser wurde in der Sommerzeit geboren, dann wurden die Uhren offiziell zurückgestellt (also nicht die Zeit), dann kam Ronan.

Süß, ne?

Hätte man nun die Zeit zurückgedreht, wäre nur Ronan geboren worden, denn Samuel war ja nicht mehr im Mutterleib. Ihn würde es dann nicht geben. Aber es gibt ihn und hoffentlich erfreuen sich beide noch bester Gesundheit, schließlich werden sie beide in Bälde zwei Jahre alt. (Quelle)

Exkurs: Jetlag at home

Nun gab es vor Jahren eine Abstimmung im Internet zur Frage, ob man auch weiterhin die Uhr von April bis Oktober um eine Stunde vorstellen soll oder nicht.

Der Ausgang ist bekannt: Die Mehrheit dieser Abstimmung entschied sich für die Abschaffung, was von der EU auch sofort als Wille des Wahlvolks akzeptiert wurde – bar jeglicher Logik und juristischer Grundlage.

Geführt wurde diese „Debatte“ auch vor allem in Deutschland – und wie es sich für uns (s.o.) gehört mit maximaler Medienbegleitung und Emotionalität bei (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) faktisch null Relevanz. Au dem EU-Land kam auch die höchste Wahlbeteiligung, was ja schlicht daran liegen kann, dass die Menschen in den anderen Staaten schlicht Besseres zu tun und die Medien Wichtigeres zu vermelden hatten.

Und was da nicht alles ins Feld geführt wurde an Argumenten. Insbesondere die Schlafstörungen und andere Befindlichkeiten, die aber überraschenderweise nicht auftreten, wenn die Leute nach England, Irland, Portugal, auf die Kanaren, griechische Inseln, die Türkei, Moskau, Ägypten oder sonst wohin fliegen und/oder von dort zurückkehren. Von weiteren Reisezielen, in denen noch mehr Zeitzonen durchquert werden, gar nicht zu sprechen.

Extra-Exkurs: Besserwisserwissen

1947 gab es sogar einmal eine „doppelte Sommerzeit“. Am 11. Mai wurden die Zei…. genau: -ger (nicht –t) um zwei Stunden vorgestellt, am 29. Juni dann um eine Stunde zurück und im Herbst dann noch eine.

So weit wird es wohl nie wieder kommen, aber eine Rückkehr zum kontinuierlichen Einklang von Zeit und Uhrzeit wird es so schnell auch nicht geben, denn noch hat man sich nicht darauf geeinigt, ob es dann dauerhaft MEZ oder MESZ werden soll. Und soll das dann EU-weit gelten oder darf jedes Land das für sich selbst bestimmen?

Thema: Live im Stadion

Nun, vorerst bleibt es erst einmal bei dem der letzten Jahre, was aber zur Folge hat, dass das Spiel plötzlich ein anderes ist. Gerade als Fan im Stadion bedeutet das eine große Umstellung – auch und gerade kleidungstechnisch.

Aber da wir wieder einmal ein Auswärtsspiel in der 2. Runde hatten, war das jetzt nicht so ein Riesenproblem. Zum einen hat Hoffenheim im Gegensatz zu so manchem Traditions- und Ostverein wenig Fans vor (in den) Ort(en), zum anderen eine relativ geringe Arbeitslosenquote sowie ein hohes Umwelt- und Kostenbewusstsein, d. h. nur wenige können/wollen es sich zeitlich /beruflich leisten, einen halben Tag Urlaub zu nehmen. Die Folge ist eine relativ niedrige Besucherdichte bei relativ hohem Durchschnittsalter.

Exkurs: Sportreporter

Es wäre übrigens schön, wenn auch diese Aspekte in der Sportberichterstattung Berücksichtigung fänden. Wie es der Zufall so wollte, fuhren wir just an der hell erleuchteten BayArena vorbei, als im Radio berichtet wurde, was sich darin abspielte – „vor nur 14.000 Zuschauer“.

Wie wäre das wohl, wenn Theateraufführungen ähnlich kommentiert würden? Wie können sich die Journalisten überhaupt anmaßen, die, die ja nicht nur eine Akkreditierung (= Freikarten) für das Spiel haben, sondern dort auch kostenlos essen und trinken können PLUS dafür, dass sie da sind, auch noch bezahlt werden, Kritik an jenen zu üben, die all diese Privilegien nicht haben und dafür bezahlen müssen?

Manche bekommen sogar ihre Kleidung gestellt, was sich aber auch nicht unbedingt nur positiv auf ihre Leistung auswirkt: So meldete sich der Sky-Reporter unserer Partie zu Anfang der 2. Halbzeit zurück aus „Mainz“ und verkündete, dass „die Heidenheimer“ ein Mal ausgewechselt haben.

Nicht lachen! Vielleicht ist dies vielmehr ein Zeichen dafür, dass der Sender die Zeit umgestellt hat, denn diese Partie wird es in naher Zukunft geben – am 7. Dezember um 11 Uhr – in der A-Jugend-Bundesliga Süd/Südwest.

Thema: Umstellungen (II)

Letzten Samstag weit weg gespielt, dann noch McDonald’s oder so und Freitag bereits das nächste Ligaspiel, da war es sehr wahrscheinlich, dass wir eine völlig neuformierte Mannschaft sehen würden, wobei unser Startelf-Tipp

Baumann
Akpoguma – Hübner – Bicakcic
Posch – Rudy – G(-rillitsch od. -eiger) – Szulj – Skov
Bebou – Locadia

von uns selbst als sehr unwahrscheinlich angesehen wurde, aber wir waren ja schon mal froh, dass die Anzahl der Spieler stimmte. Noch überraschter waren wir dann, als wir im Stau auf der A3 das Ergebnis von Schreuders Spielerschleuder gesehen haben: Soooo daneben lagen wir gar nicht … – wir wären einfach nur weniger mutig gewesen, weil wir unbedingt endlich mal wieder in irgendeinem Pokalwettbewerb überwintern wollten. Für Spannung war also gesorgt …

Thema: Das Spiel

Dass ein Drittligist kein leichtes Los ist, durften wir ja bereits in der 1. Runde feststellen. Nun ging es wieder gegen einen – und der liegt punktgleich mit dem Tabellenführer auf Platz 2. Und gegen ein solches, eingespieltes Team setzte Schreuder auf unser – im Grunde – Reserveteam.

Gott sei Dank stellte sich im Verlauf des Abends heraus, dass diese Fragen und vor allem die, ob wir es bei all dem Stau rechtzeitig zum Anpfiff ins Stadion schaffen, das Spannendste des Abends bleiben würde.

Einzig und allein Minute 5 zuckte mal kurz der Puls hoch, als Stoppelkamp völlig allein vor Pentke an den Ball kam, ihn aber freundlicherweise nur in den Armen des uns selbst bis dahin nicht wirklich bekannten Keepers versenkte.

Aber der Mann machte seine Sache nicht nur in der Szene verdammt gut. Seine Faustabwehren gingen nach vorne, seine Ballfangaktionen waren sicher und vor allem seine Ballabgaben schnell. Wenn er am Ende nicht absichtlich sehr langsam gemacht hätte, die effektive Spielzeit hätte gewiss gut und gerne 5 Minuten mehr betragen als mit Olli im Kasten.

Bicakcic war deutlich anzumerken, dass er die Chance seiner Aufstellung nutzen wollte, um sich auch in der Liga für die erste Elf aufzudrängen. Er zeigte eine hohe Präsenz am Ball, aber geringe Kenntnis von Physik und Mathematik. Anders ist nicht zu erklären, warum er den Ball immer erst dann passte, wenn er möglichst nahe vor seinem Gegenspieler war.

Dass Nähe sich negativ auf die Breite möglicher Abspielwinkel auswirkt, dürfte er spätestens zu Beginn der 2. Halbzeit gesehen haben, als Grillitsch das Spiel von hinten aufbaute, denn er machte es genau umgekehrt: Er hielt Distanz zum Gegner, hatte somit mehr Breite, mehr Möglichkeiten und darüber hinaus auch mehr Präzision in seinen Pässen. Auch wenn es schon sehr dunkel war, das war eine helle Freude. Und wie er dann auch noch, wenngleich mit Glück, den längst überfälligen Führungstreffer erzielte, erst recht.

(Unsere 11 stand in der Startelf nicht, sondern ersetzte Rudy, der das Spiel eher behäbig vortrug, aber auch sehr sicher. Allerdings schien er, Rudy, kurz vor Schluss des ersten Durchgangs so etwas wie einen Mörderbumms abbekommen zu haben: einen Hexenschuss.)

Kurz darauf fiel dann bereits der Endstand durch Adamayan auf feines Zuspiel von Baumgartner. Letzterer hat sich wie auch Brenet, Geiger, Rupp allerdings nicht wirklich für weitere Startelf-Einsätze empfohlen. Aber sie bekamen in dem Spiel ihre Einsatzzeiten, machten ihre Sache ordentlich und damit dürften sie bei realistischer Einschätzung der Lage erst einmal zufrieden sein, schließlich standen sie auf dem Platz, sie haben die Qualifikation fürs Achtelfinale geschafft, wofür sie auch von denen, die diesmal ihren Stammplatz auf der Bank einnahmen, herzlich beglückwünscht wurden.

Ja, es war eine sehr gute Idee von Schreuder, die meisten mitzunehmen und auf der Bank frieren zu lassen, denn das nächste Spiel findet bei ähnlichen Licht- und Temperaturverhältnissen statt. Und das übernächste auch.

Allein das macht die nächsten beiden Begegnungen bei aller papiernen Favoritenrolle sehr spannend. Plötzlich ist es kalt beim Kicken – und im Stadion. Aber wenn man bedenkt, dass man in zwei Wochen sogar Tabellenführer sein könnte, wird es einem doch schon wieder ganz warm ums Herz.

Spieltagstipp10Spieltagstipp11 Spieltagstabelle11

Das ist natürlich ein Scherz!!!!

Die Zeit ist dafür noch nicht reif, auch wenn die Mannschaft immer gereifter wirkt; sie bei allen Erfolgserlebnissen im Oktober gegen wirklich namhafte Gegner genauso besonnen scheint wie zum Anfang der Saison, als es nicht so gut lief. Immer noch viel De-, null Hoch- oder gar Übermut. Tut gut. Auch ein Klimawandel … :-)

Jetzt müssen nur auch die Fans das tun, was das Team gewiss nicht tun wird: Das Spiel gegen den Tabellenletzten unterschätzen.

Finaler Exkurs:
n Guude …

Wir wissen wir nicht, ob das Spiel ein Leckerbissen wird, aber wir wissen, dass es einen gibt – vor dem Spiel, für eine gute Sache.
Spendenaktion Paderborn

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