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Akademikerfanclub 1899 Hoffenheim Rhein-Neckar Heidelberg 2007 e. V.

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Borussia Mönchengladbach vs. 1899 Hoffenheim

Die finale Wirklichkeit

Zum Schluss: am Ende.

Die TSG war ja in dieser Saison zu mancher Überraschung gut, aber am Ende war es/sie genau das nicht. Wieder haben wir es nicht geschafft, das Image eines zupackenden Löwen anzueignen oder eines gierigen Geiers, und das obwohl wir zwischenzeitlich während der Saison wahrlich was von Überflieger hatten.

Leider hat es auch nicht zum bunten Hund gereicht. Auch wenn uns die dumme Kuh / Gans / Pute erspart blieb, was sehr erfreulich ist, denn de facto haben wir uns sogar mehr als dumm angestellt, sind wir am Ende doch wieder, wenngleich (gerade noch so) in der oberen Tabellenhälfte, nur die graue Maus.

Das Aus.
Der Traum?
War ein anderer.
Die Wirklichkeit?
Der niederrheinische Dichter Art van Rheyn ((1939 – 2005) verfasste 1979 dazu diesen Aphorismus:

Die Wirklichkeit ist nicht das, was wir kennen,
sondern das, was wir kennenlernen.

Und das, was wir in den letzten rund drei Dutzend Spielen kennenlernen durften, entpuppte sich dann doch nicht als das große Mosaik, also die große Kunst, aus vielen unterschiedlichen Teilen auf virtuose Art und Weise ein beeindruckendes Großes und Ganzes zu kreieren. Auch wenn es zwischenzeitlich anders aussah, blieb es letztlich Stückwerk.

Da machte das letzte Spiel keinen Unterschied. Allein das Team, mit dem die TSG ihre Abschlusspartie gegen Borussia Mönchengladbach antrat, hatte fast so viele unbekannte Spielernamen auf dem Spielbogen wie bekannte nicht.

Die Startelf mag man ja noch er-/gekannt haben, aber die Bank? Es gab nur einen Hoffnungsschimmer, ein Lichtblick: Bicakcic war wieder dabei. Allerdings erst einmal nur auf der Bank, die er sich mit den Torhütern Pentke, Philipp sowie K. Adams, Che, Rudy, Tohumcu und Proschwitz teilte. Das hatte schon schwer was von letztem Aufgebot.

Aber es war andererseits schon so, dass sich die Startelf auch ohne Bebou, Kaderabek, Geiger, Rutter, Dabbur und die weiteren Langzeitverletzten wie Hübner und John sowie die gar nicht mehr in heimischen Gefilden weilenden Richards und Nordtveit sich mit Baumann – Akpoguma, Vogt, Posch, Raum – Samassekou , Baumgartner, Stiller, Kramaric – Skov und Bruun Larsen gar nicht mal so schlecht anlas. Und es war auch so, dass sich das Spiel gar nicht so schlecht anließ.

Nach kaum mehr als drei Minuten gingen wir durch eine sehr schöne Kombination 1:0 in Führung. Und auch im Anschluss entwickelte unser Team weitere Hochkaräter, die aber allesamt jämmerlich vergeben wurden.

Noch ein größeres Bild des Jammers waren die Gegentore:
Ob Poschs Fehlpass zum Ausgleich, Vogts Fehltritt zum Elfmeter sowie das Verhalten der Defensive vor dem 1:3 noch vor sowie dem 1:4 kurz nach dem Halbzeitpfiff waren von eindrucksvoller Nonchalance, dass man fast glauben konnte, es habe einen Wettstreit innerhalb des Teams gegeben, wer ein größeres Bild der Jämmerlichkeit abgeben könnte. Und beim 1:5 wollte Baumann zeigen, dass er da auch mithalten kann.

Diesen Wettstreit gab es natürlich nicht. Was soll auch dessen Gewinn gewesen sein? Der deutsche Slapstickpreis?

Gewiss hat das Verhalten auch was mit der vermeintlichen Bedeutungslosigkeit der Partie zu tun. Da können Trainer und Sportdirektor lang und breit darob fabulieren, dass man sich anständig aus der Saison verabschieden wolle und dass es ja auch noch um Fernsehgelder gehe. Aber das interessiert weder Spieler noch Medien, also im Grunde keine Sau, außer die ärmste – und das ist der Fan. Ob das nun der kleinste ist oder der größte, der Groll könnte nicht größer sein.

Und dabei geht es vor allem um das Wie – und nicht die ca. 51.000,00 €, die wir heute im Spiel um die Goldene Ananas verloren haben. (Der Betrag ergibt sich aus dem Goldpreis (kg, Stand 13. Mai 2022) * 0,85 (Fruchtdurchschnittsgewicht)). Die TV-Gelder schlagen da schon wesentlich deutlicher zu Buche, aber selbst die tun sich relativ marginal aus, verglichen zu den Millionen, die wir in den Wochen zuvor durch nicht ganz so desolate Leistungen, aber eben ähnlich miserable Ergebnisse verzockt haben. Und das ist nur der finanzielle Aspekt. Die emotionalen Defizite wiegen nicht minder schwer. Und es sieht ganz und gar nicht danach aus, als ob es hierfür einen Plan gäbe, wie man das kompensieren will.

Wie soll das auch gehen? Wohl nur, indem einige Personen gehen. Darunter werden auch Spieler sein müssen, andere werden es freiwillig tun, was die Gesamtsituation kaum verbessern dürfte. Es bleibt aber auch seitens der Fans nichts anderes übrig, als in so manchen sprichwörtlich sauren Apfel zu beißen.

Aber zumindest fanseitig tut sich das dann nach der zweiten Hälfte der Rückrunde der Spielzeit und auch nach dem Kick heute schon lächerlich aus, hat doch ein Apfel gerade mal 16 mg Citronensäure bzw. 0,31 mg Salicylsäure. Die Frucht, um die es heute ging, schlägt da, in ihrer natürlichen Form, also nicht in der Midas-Variante, mit 630 mg bzw. 2,1 mg wesentlich mehr zu Buche … und auf den Magen.

Das ist die Wirklichkeit, wie wir sie kennenlernen durften.

Das ist nicht schön gewesen, aber das muss ja nicht und sollte nicht so bleiben, allein um des eigenen Seelenheils Willen, wie Walter Ludin, Mitglied des franziskanischen Ordens der Kapuziner, lehrte – und das passt ja gut zum Themas des letzten Spielberichts:

„Wir müssen der Wirklichkeit ins Auge blicken,
aber nicht dauernd auf sie starren.“

Das ließe uns nämlich erstarren, verharren,
und im Dreck
stecken blieb‘
der Karren.

Also schauen wir besser weg, schauen wir leer nach vorn.
Blicken tun wir’s eh nicht, also warum dann zurück? Im Zorn?
Ändern können wir es eh nicht und eh nur uns, ein/e jede/r selbst allein.
Und nichts anderes ist nun der Job, die Herkules-Aufgabe vom Verein.

Das ist nicht neu, das hatten wir schon.
Aber wenn schon Söldnertruppe, dann bitte Ehrenlegion.
Eine Einheit mit solcher, mit Anstand, mit Herz.
Die brennt,
die rennt,
das brennt, wie das des Fans.
Dessen Gefühl ist immer noch doo, awwa ’s is‘ kä schääns.

„Liebe TSG, du weißt, was du tun musst …

Mach’s …“

 

… und wir (du, geneigter/r Leser/in, et nous) sehen / lesen uns wieder im August.

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