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Akademikerfanclub 1899 Hoffenheim Rhein-Neckar Heidelberg 2007 e. V.

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1899 Hoffenheim vs. SC Freiburg

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Der Sieg der Geduld

Liebe im Taumel der Spiellust

Vorspiel:

Gestern war der Tag, der uns einmal mehr daran erinnerte, dass man für Liebe Opfer bringen, nicht selten auch den Kopf hinhalten muss und dann die Augen schließen.

Nein, auch wenn das so manche/r anlässlich des Spiel(namens)tags jede/r so glauben mag, NICHT in diesem Sinne – auch wenn wir das Team und den Trainer NACH dem Spiel hätten abknutschen können:

Der Valentinstag geht auf mindestens zwei christliche Märtyrer namens Valentin(us), die am 14. Februar hingerichtet wurden, unter anderem dem Priester Valentin von Rom, der heimlich Paare (auch Soldaten) traute, obwohl Kaiser Claudius II. das Heiraten für junge Männer verboten hatte, weil er mehr Soldaten ohne Familie wollte. Valentin wurde entdeckt, eingesperrt und enthauptet.

496 führte dann Papst Gelasius I. den 14. Februar als offiziellen Gedenktag für „Heilige, deren Taten nur Gott bekannt sind“ ein. Einer davon war Valentin.

Am 14. Februar 1969 wurde der Gedenktag im Rahmen einer Liturgierreform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, die die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung für die Revision des Generalkalenders erarbeitete, gestrichen. Papst Paul VI. genehmigte und verkündete die Reform per „motu proprio“, d. h. „aus eigenem Antrieb“ oder „von sich aus“.

„motu proprio“ ist eine besondere Form eines päpstlichen Schreibens (Apostolisches Schreiben), das der Papst persönlich und ohne vorherige Beratung durch andere Gremien erlässt – also aus seiner eigenen Initiative und mit voller apostolischer Autorität. Solche Dokumente haben oft sofortige Rechtskraft in der Kirche.

Zeitgeschichtliche Interessierte erinnert das stark an die „executive orders“, die US-Präsidenten vorbei am Kongress erlassen können.

Diese Reform stand unter dem Namen „Mysterii Paschalis“. Ziel der Reform war es, den Kader auszudünnen, um es Fußballsprache zu sagen, d. h. die Kirche wollte den Kalender „bereinigen“. Es sollte weniger Heilige geben (gerade solche mit schwacher Quellenlage, wie z. B. „die nur Gott bekannt sind“)), dafür mehr Wert auf biblische und gut belegte Figuren gelegt werden, um das gesamte Kirchenjahr stärker um das Paschale Mysterium (das zentrale christliche Geheimnis von Leiden, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi (das „Ostergeheimnis“)) zu zentrieren.

Seitdem ist der 14. Februar kein universeller Gedenktag mehr im römischen Ritus. Jedoch ist der heilige Valentin weiter im erweiterten Kader, konkret: im Römischen Martyrologium (der offiziellen Heiligenliste) – und wird in manchen Diözesen oder lokalen Kalendern (z. B. in Malta oder manchen deutschen Bistümern) noch optional gefeiert.

Wie das die katholische Kirche vor Ort handhaben wird, wissen wir nicht – …

Hoffenheim seit Januar 2026 zur neuen Kirchengemeinde Kraichgau – Pfarrei St. Jakobus Sinsheim, andererseits ist die zuständige Diözese seit 1821/27 das Erzbistum Freiburg.

… jetzt nach dem 3:0 durch unseren Valentin (Gendrey)

Er, der ja ebenfalls lange Zeit fester Bestandteil in der Aufstellung der TSG war, musste seinen Platz räumen für den (H)Eiligen Vladimir (Coufal).

Vladimir der Große (Vladimir I. von Kiew, ca. 958–1015), Großfürst von Kiew und Begründer des Christentums in der Kiewer Rus‘ (dem Vorläufer von Russland, Ukraine und Belarus) ist quasi der „Nationalheilige“ der Ostslawen und wird bis heute verehrt.

Er (Valentin) wurde tief in der Nachspielzeit für ihn (Vladimir) eingewechselt und erzielte bei seiner ersten Aktion keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung den Endstand. Und die beiden anderen Treffer durch Asllani bzw. Kabak bereitete er (Vladimir) vor. Kann das alles Zufall sein?

Nein. Aus dem einfachen Grund, dass es keinen Zufall gibt.

Zumindest denken das viele Denker, sehr viele Denker – und natürlich auch Denkerinnen.

Eine der radikalsten und einflussreichsten Abhandlungen zu dem Thema wurde 1677 von Baruch de Spinoza in seinem Werk „Ethik“ verfasst. Darin (besonders Teil I: De Deo) wird kategorisch behauptet, dass alles vorbestimmt sei. Alles folge mit absoluter Notwendigkeit aus der Natur Gottes heraus. „Nichts geschieht zufällig in der Natur.“

Auch Einstein sah das mit dem Zufall kritisch. „Gott würfelt nicht!“

Wem das zu plump oder zu „theologisch“ ist: Hier ist eine Doktorarbeit „Über die Begriffe ‚Zufall‘ und ‚absolute Willensfreiheit‘ aus ontologischer Perspektive“ zu dem Thema, die ganz ohne Religion auskommt.

Oftmals ist es aber so, dass Zufall die Erklärung für alles ist, wo jegliche Erklärungen fehlen – und das schließt Verschwörungstheorien mit ein.

Aber da der homo sapiens sapiens sich nicht mehr mit Erklärungen à la „Zufall“ zufrieden gibt oder auch einmal einen Zustand eo ipso akzeptieren kann, sucht (und verliert er sich meist dabei) Antworten auf seine Fragen.

Dass die Frage(n) an sich dumm sein könnte, kommt einem heutzutage natürlich nicht mehr, weil man ja pädagogisch dergestalt sozialisiert wurde, dass es keine dumme Fragen gäbe. Dass es vielleicht dumm sein könnte, die Frage überhaupt zu stellen, kommt einem durch unsere Sesamstraßen-Sozialisation („Wer nicht fragt, bleibt dumm.“) ebenfalls nicht in den Sinn.

Also in diesem Sinne: Ist es Zufall, dass der Heilige aus dem Osten die Treffer für zwei Muslime vorbereitet, während der Ausgebootete sofort nach seiner Erscheinung für die Erlösung sorgt?

Nein. Die Frage ist dumm. Und sie ist sogar so dumm, dass sie sich nicht einmal ein RNZ-Journalist auf einer Pressekonferenz zu fragen traut. Und das ist ein super Indiz, denn ansonsten kennt man da wenig Zurückhaltung.

So wurde Ilzer von der Lokalpresse nach dem Spiel auf der Pressekonferenz nach einem Zusammenhang zwischen Tabellenstand und Zuschauerzuspruch gefragt. Es gibt keinen. Es gibt vielleicht eine Erwartungshaltung seitens des Journalisten (und nicht nur von ihm), aber deren Nichterfüllung ist nicht Aufgabe unseres Trainers oder gar der TSG. Wenn er diese Erwartungshaltung erfüllt haben möchte, könnte er ja durch eine entsprechende Berichterstattung seinerseits dazu beitragen. Da er dies aber nicht tut, sondern vielmehr seinen Ärger darüber, dass es anders ist, als er sich denkt, ständig thematisiert, trägt er selbst dazu bei, dass es so bleibt. („selbsterfüllende Prophezeiung“)

Was natürlich auch sein kann, ist, dass er sich darüber freut, dass dem so ist, denn dann kann er frei fabulieren statt sich mit dem Eigentlichen auseinanderzusetzen, dem Spiel – und die dazu richtige Frage stellen:

„Wie geil war das denn?“

Für all die, die von uns Kürzeres erwarten:

„Sehr.“

Das Spiel:

Leider war es auch sehr, sehr kalt. Aber die Mannschaft tat wirklich alles dafür, dass es den Zuschauern sehr, sehr schnell sehr, sehr warm ums Herz wurde. Zwar immer noch ohne Lemperle, ohne Bernardo, aber dafür wieder mit Burger und mit jeder Menge Konzentration ging die TSG von Anfang machte sich die TSG daran, einen neuen Vereinsrekord aufzustellen: den 8. Heimsieg in Folge!

Es waren noch nicht einmal fünf Minuten gespielt, als die TSG das schönste (letztlich Nicht-)Tor der Saison durch Kramaric erzielte. Beim Zuspiel war sein Gluteus näher dem gegnerischen Tor als der seines Gegenspielers, so dass sein Direktschuss aus 40 Metern über den Gästekeeper hinweg wegen Abseits durch den VAR zurückgenommen wurde. („Was ein Arsch!“)

Auch danach blieb die TSG enorm dominant, wenngleich auch die Gäste zu Torabschlüssen kamen. Diese wirkten zwar allesamt weniger gefährlich, aber sie waren da, während wir deutlich mehr am Drücker waren. Allerdings dauerte es dann fast 40 Minuten, bis wir weitere extrem gute Chancen hatten, die entweder durch Glück (Reflex des Keepers) oder Rahmenbedingungen (Latte) nicht zum Torerfolg führten.

In solchen Situationen kann es natürlich zu einem Dominanzfrust kommen.

Zu unserer großen Überraschung gibt es diesen Terminus in der Psychologie nicht, obwohl sicher auch du, geneigte/r Leser/in dieses Gefühl kennst: Trotz absoluter Dominanz in einer Situation, erreicht man das gewünschte Ergebnis aus der Situation nicht.

Hier kann man sich dann verbeißen, verkrampfen, verbittern, weil man dann irgendwann die Nerven verliert, die sprichwörtliche Brechstange auspacken will, dabei dann aber einen gravierenden Fehler macht, der dann sogar dazu führt, dass man aus einer Situation, die man absolut beherrscht, als Verlierer hervor(?)geht.

Zum Beispiel als RNZ-Journalist, der eine Erklärung sucht, eine argwöhnische Frage stellt, die nichts mit dem eigentlichen Geschehen zu tun hat, und diese dann auf einer Art und Weise beantwortet bekommt, die ebenfalls nichts mit der Frage zu tun hat, aber einen höheren moralischen Wert hat.

„Ja, Herr Ilzer (RNZ räuspert sich), es läuft ja optimal, zumindest auf dem Rasen bei der TSG. Jetzt haben Sie den 8. Heimsieg in Serie gefeiert und es sind 22.000 Leute im Stadion und viele Plätze bleiben einfach leer. Was macht das mit Ihnen und der Mannschaft?“

„Unglaublich dankbar für jeden Einzelnen, der herkommt und uns unterstützt!“

Ohne es zu wissen – und ohne dass es uns letztlich interessiert – wird das das Thema des Journalisten bleiben, denn er, auch wenn sein Räuspern ein deutliches Indiz dafür ist, dass es ihn Überwindung kostete, diese Frage direkt zu stellen, was für den Journalisten spricht, den irgendwas in ihm schien ihm zu signalisieren, dass diese Frage aus dem modernen pädagogischen und Sesamstraßen-Raster fällt, wähnte sich mit diesem Ansatz auf der Siegerstraße und in Erwartung einer Antwort, die er weidlich würde auskosten können. „Das ist natürlich schade.“, „Es würde uns guttun, wenn die Mannschaft mehr Zuspruch erführe.“, „Es war kalt.“, „Die Faschingsferien haben begonnen.“, „Halt doch die Fresse, du blödes Arschloch!“ – Nichts von alledem. Und daher umso wirksamer, denn was will er denn daraus machen, ohne seine Intention selbst zu verraten? Ob er so cool bleibt wie der Trainer in der Situation und die Mannschaft nach dem frustrierend ertraglosen 1. Durchgang?

Wie gesagt: Es interessiert uns nicht wirklich, denn Qualität wird sich immer durchsetzen – auch wenn ihr das bei 21 °C und Sonnenschein leichter fallen dürfte als bei gefühlt -3 °C und eisigem Wind. Es braucht halt nur diesen Glauben – ohne Verkrampfung.

Mit einem „Es muss doch gehen, andere tun es doch auch!“ (04:31) macht man sich nur lächerlich:

 

Und so startete die TSG auch in den zweiten Durchgang entspannt, aber doch entschlossen – und wurde auch prompt belohnt – und das zu einem Zeitpunkt, den Journalisten nie so nennen, obwohl es perfekt wäre. Statt dessen bezeichnen sie den Moment, auf den es am wenigsten zutrifft, als „psychologisch wichtigen Zeitpunkt.“

Sie beziehen sich dabei auf einen Treffer kurz VOR dem Halbzeitpfiff. Danach können bzw. müssen aber Mannschaften in die Kabine. Haben die, die den Treffer kassierten, eine Viertelstunde Zeit, sich zu erholen, während die anderen nicht gleich nachlegen können, zumal sie ja nicht wissen, was der Gegner jetzt womöglich anders zu machen gedenkt.

Um wie viel wertvoller ist da ein Treffer unmittelbar nach Wiederanpfiff, wo der Gegner seinen Plan, welcher auch immer das war, nicht so ohne Weiteres weiterverfolgen kann. Erst recht nicht, wenn sie keine fünf Minuten später einen weiteren Gegentreffer hinnehmen müssen.

Die Gäste aus dem Breisgau drohten im Kraichgau unter die Räder zu kommen, was aber nicht passierte, denn die TSG nahm dann doch merklich Geschwindigkeit aus ihren Aktionen. Jedoch war der SC nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen. So brachten wir die Partie am Valentinstag souverän zu Ende mit eben dem Schlusspunkt des 3:0 durch Valentin (Gendrey).

Ein schöner Moment, der uns Romantiker doch sehr berührte, weil auch dieser Treffer uns in unserem Glauben bestärkt, dass es keinen Zufall gibt, sondern dass du mit Gutem belohnt wirst, wenn du Gutes tust, weil du Gutes denkst. (z. B. Asllani, Kabak, Gendrey).

Dass das auch andersrum gilt, konnte man zuletzt bei der TSG auch sehen. 🙂 Der RNZ-Journalist hatte also schon Recht, wenn er sagte, dass es bei der TSG gerade gut läuft – aber halt eben nicht nur auf dem Rasen.

 

 

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Comments

  1. Wieder einmal so genial !!!
    Der Spielbericht – und die Antwort von Ilzer auf die Frage des Journalisten.
    ICH war dabei und hab’s genossen.

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