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Akademikerfanclub 1899 Hoffenheim Rhein-Neckar Heidelberg 2007 e. V.

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1899 Hoffenheim vs. KAA Gent

Das Zukunftsrezept?

Ha – Ha – Haare in der Suppe

Vorweg: Fußball ist kein Spaß! – Da will man seine Mannschaft siegen sehen und keine B-Mannschaft, die ein an sich völlig sinnloses Spiel lustlos runterspielt. Da muss man Präsenz haben, dominieren wollen und Muskeln zeigen. „Bauchmuskeln“ ohne „B sind nämlich „auch Muskeln“.

Es wird mal Zeit, diese Toleranz abzulegen, diese Nachsicht, dieses alles Gutheißen und Schönreden. Was sich die TSG da aber gestern Abend im letzten Gruppenspiel in der UEFA Europa League gegen den belgischen Fast-Champions League-Teilnehmer KAA Gent leistete, war an Kühnheit wohl nicht zu überbieten. Da muss man doch auch mal sagen dürfen, was isst … äh: ist – und da geht es nicht darum, dass wir das sprichwörtliche „Haar in der Suppe“ suchen wollen. Denn erstens wären das, wollte man im Bild bleiben, Büschel – und zweitens war das keine Suppe … das merkte man schon an der Wahl der Zutaten …

Allein zehn (in Worten: zehn !!!11!) Wechsel im Vergleich zur Startelf der letzten so souverän gewonnen Partie gegen den FC Augsburg nahm der Trainer vor. Als ob es um nicht gehen würde. Ja, wir waren weiter und ja, wir würden ganz unabhängig vom Spielausgang als Tabellenführer die Gruppenphase abschließen, aber dennoch ging es um Punkte und über eine halbe Million Euro – und dann so etwas …

Im Tor stand einer, der noch nie in der Europa League gespielt hat und auch sonst so gut wie nie zum Einsatz kommt. Die Absurdität zeigte sich auch darin, dass Geiger, der wegen einer völlig blöden roten Karte in der Liga, wegen der die TSG fast sogar das Spiel gegen Mainz verloren hätte, in dem Spiel nicht nur auflief, sondern auch noch die Kapitänsbinde trug. Ein 22-Jähriger!!! Und er war bei weitem nicht der jüngste TSG-Spieler.

Mit Maximillian Beier und Marco John standen noch zwei 18-Jährige auf dem Platz – in einem Spiel, wo es echte Männer brauchte. Die Größe haben sie ja mit ihren jeweils über 1,80 m, aber keine (Muskel-)Masse. Zum Glück war es gestern windstill im Stadion. Die beiden hätte es vielleicht sonst wohin geweht. Oder war da gar ein laues Lüftchen? Das würde erklären, warum die beiden und die anderen Hungerhaken in Blau (Posch, Gacinovic), aber auch der Rest des Teams in einer Tour von links nach rechts und vorn nach hinten gelaufen sind. Oder war das ADHS? Permanent waren die da am Wuseln …

War das sein Rezept?

Und Lust aufs Fußballspielen schienen die auch nicht zu haben, denn immer wenn sie einen Ball zugespielt bekamen, wollten sie ihn offensichtlich nicht haben. Oftmals haben sie sich nicht einmal die Mühe gemacht, ihn zu stoppen, sondern gaben ihn einfach direkt an den Nächsten, der frei irgendwo rumstand und sich so ja gar nicht gegen das Zuspiel wehren konnte – und ihn auch nie vor eine Herausforderung stellte, kamen die Bälle doch auch allesamt flach exakt vor die Füße. Also so was …

Also wir haben alle Spiele gesehen und auch die der A-Mannschaft und das läuft da deutlich anders ab. Da bleibt man mal stehen, da dreht man sich mal mit dem Ball am Fuß im Kreis, da versteckt man sich auch mal hinter einem Gegenspieler oder läuft möglichst nahe an den ran, um dann den Ball entweder doch nach hinten zu spielen oder virtuos über das ganze Feld zu dreschen. Von alledem sah man gestern nichts …

Ist natürlich Geschmackssache …

Ein einziges Gerenne, Gepasse und immer nach vorn. Dauernd war was los, aber gerade da, wo in jedem Bezirksligakick Selbiges die Hölle gewesen wäre, als nämlich der Mann in Gelb, der das war, was er in der Hand hielt, unserer Mannschaft einen Elfmeter verweigerte, als Beier nach einem Kontakt mit einem Gegenspieler im Strafraum gefährlich Richtung Hintertornetz segelte, was wohl nicht passiert wäre, bestünde er nicht nur aus Haut und Knochen, aber ein Elfer war es trotzdem, machten die einfach weiter. Wo waren die Tumulte? Wo war das Aufbegehren? Das war doch alles nicht normal.

Und bis dahin auch bei aller Darbietung fad … doch dann kam ein Schuss Maggi, genauer: ging ein Kopfball von Maximilian Beier erst fehl, doch dann ins Netz – aber auch nur weil er hochsprang. Den Ball erwischte er auch nicht direkt, sondern wurde vom Gegenspieler angeköpft – und dafür lässt der sich feiern. Weil er da war, wo er sein sollte. Tore sind das Salz der Suppe des Fußballs … oder so …

Oder dann der Geiger … Haut der den Ball aus 30 Meter einfach mal schräg irgendwohin zwischen Tor und Eckfahne und wird dann dafür bejubelt und gefeiert, von „Zuckerpass“ und „Zauberball“ war da die Rede … bloß weil Skov den Ball vor dem Aus noch gekriegt hat, um den Torwart gespielt und dann ins leere Netz drückte. Wenn das Absicht war …. jedenfalls war das einfach eine komplett andere TSG–Rezeptur … statt „temperiert, solide, gefällig“ war das „temporeich, schnell, geil“

So auch die Zubereitung: kein Simmern, bei niedriger Flamme …, nix! Immer alles und immer noch voll aufgedreht. Die TSG hörte nicht auf mit dieser Spielweise. Keinerlei Schonung, kein Geschiebe und der Keeper wurde auch so gut wie nie mit einem Zuspiel bedacht.

Wenn er mal an den Ball kam, dann, weil er 30 oder noch mehr Meter vor seinem Kasten den Neuer gab. Einmal hatte Pentke aber dann auch mal was in seinem unmittelbaren Bereich zu tun. Beim einzigen wirklich gefährlichen Angriff der Gegner konnte er den Ball im Fünfer parieren und freute sich wie ein kleiner Junge. Also ehrlich. Da spielt er einmal, wehrt einen Ball ab, den er nicht mal festhalten konnte, und dann eine solche Reaktion?

Noch sämiger, äh: spannender wurde es in der zweiten Halbzeit, als die Mannschaft offenbarte, dass es in ihr keinen Zusammenhalt gibt. Kaum hatte sie begonnen, zeigte sich die Lethargie im Team und der Egoismus Einzelner in Reinform, als nämlich Beier keinen Mitspieler fand, der den Ball von ihm haben wollte, oder er einfach nicht den nötigen Blick hatte, sondern einfach den Ball be- und eng am Fuß hielt und statt ihn ins Tor zu tragen, wie man das schon so oft in dieser Saison sah (meist blieb es allerdings beim Versuch) einfach von außerhalb des Sechzehners in den Winkel, ja: drosch. Wie viel Frust muss in dem Schuss dringesteckt haben, denn so viel Wucht kann eigentlich gar nicht in diesen Beinchen versteckt sein.

3:0 nach nicht mal 50 Minuten, das war schon sehr vollmundig. Zumal: Drei der zwei Tore waren von einem 18-Jährigen (zudem zwei Zuspiele von den anderen Jungen (Geiger vor dem zweiten Treffer und John vor dem dritten)), da war klar, dass das nicht gut gehen konnte. So etwas würden sich die etablierten Spieler nicht bieten lassen. Dieser Beier hatte zu dem Zeitpunkt eine Quote von einem Tor je Europapokalspiel und war damit mit der gleichen Anzahl von Spielen doppelt so gut wie unser Rekordtorschütze der Neuzeit. Stand dann …

Etwas mehr als 10 Minuten später stand dann Kramaric auf dem Feld und keine drei Minuten danach verbesserte er seine Quote auf 0,66 Tore je Einsatz in der EuropaLeague in dieser Saison und setzte der Supp…dem Spiel das Sahnehäubchen auf. Allerdings nach Zuspiel von eben jenem Beier, also wenn das nicht Chuzpe ist?

Ja, 4:0 sah gut aus, aber das Wie, das war schon arg neu. Und dass wir dann doch noch das 4:1 hinnehmen mussten, spricht auch Bände. Da darf man sich nicht blenden lassen, dass nur der FC Arsenal sich mit einem besseren Punktekonto fürs Sechzehntelfinale qualifiziert hat. Wir kassierten nämlich in sechs Partien zwei Gegentore, was auch gut aussieht, aber beide Gegentore kassierten wir gegen denselben Gegner, der als einer der bisher erfolglosesten, weil einer der ganz wenigen absolut punktelosen Teilnehmer an diesem Wettbewerb in dessen Geschichte eingehen wird.

Also was einem da gestern aufgetischt wurde, das war bestenfalls Hausmannskost. Genauer: beste Hausmannskost, denn sie war …

  • … auf regionalen Gewächsen basierend
  • … einfach
  • … besonders
  • … durch die richtigen Prisen abgerundet und  verfeinert
  • … zum Zungeschnalzen!

Ja, das war schon sehr lecker!
Ja, das war schon sehr fett!
Trotzdem besteht jetzt das Riesenproblem: Das macht nicht satt! :-)
Im Gegenteil. Der ganze Körper ruft:

  • „Nachschlag!“
  • „Nachschlag!“
  • „Nachschlag!“

Hoffentlich hat die Stammelf genau hingeschaut. Aber Hoeneß wird ihnen schon klar machen, was der Unterschied ist zwischen „mise en place“ und „mies aufm Platz“.

Also wir wären bereit für den zweiten Gang … ganz gleich, ob von der ersten oder der zweiten 1. Mannschaft … und das nicht erst im Februar, wenn es in dem Wettbewerb weitergeht, sondern schon am Sonntag.

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