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Akademikerfanclub 1899 Hoffenheim Rhein-Neckar Heidelberg 2007 e. V.

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1899 Hoffenheim vs. Bayer 04 Leverkusen

Deutschland macht vieles richtig. Und das haben wir unseren Fehlern zu verdanken. Und den Briten, die gestern ihren letzten Tag als Teil der europäischen Gemeinschaft hätten haben sollen. Doch statt Brexit, also den Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU, gab es gestern die offizielle Bewerbung Hoffenheims, an einem europäischen Wettbewerb einzusteigen, wir nennen es den

„Eutrance“

„Hä???“ – Ja, geneigte/r Leser/in, so sind wir – im Grunde so etwas wie die wortspielverliebte Version der TSG, insbesondere des gestrigen Spiels: unverständlich zu Anfang, klar zum Schluss.

Es ging um alles, hoch her und im Gegensatz zum Brexit gut.

Deutschland, das steht für Innovationskraft, Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Disziplin, Perfektion – und spätestens seit Beginn dieses Jahrtausends ist das faktisch nicht mehr haltbar. Wir können weder Flughäfen („BER“) noch Zugstrecken bauen oder Bahnhöfe („Stuttgart 21“) oder überhaupt Züge – und dabei muss man nicht mal an die Magnetschwebebahn („Transrapid“) denken. Das Land der ersten Eisenbahnstrecke der Welt zwischen Nürnberg und Fürth – und der zweiten (zwischen Mannheim und Heidelberg) – baut Waggons, deren Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit nur noch darin zu bestehen scheinen, dass sie unpünktlich sind und unzuverlässig, also Ausfall der Klimaanlage im Sommer, der Heizung im Winter, die dafür dann wieder im Sommer nicht auszustellen ist. Dafür werden ihre Fahrten immer teurer.

Was wir haben, ist im Gegensatz beispielsweise zu den Franzosen ein gutes Image. Ihnen haftet an, dass sie dieses „Laissez-faire“ hätten, eine gewisse Nonchalence oder ständig streiken. Das mag alles auch stimmen, aber es stimmt eben auch, dass sie ein besser ausgebautes Schienennetz haben, funktionierendere, schnellere und günstigere Züge. Demgegenüber steht: „Made in Germany“

Vielen gewiss bekannt, war dies einst ein Stigma. Wir galten Ausgang des 19. Jahrhunderts als die Chinesen des 20. Jahrhunderts: ideenlose Gesellen, die mir großem Fleiß und extrem niedrigen Löhnen alles, was gut und teuer war, recht und schlecht in Massen kopiert haben. Um Kundinnen und Kunden vor dieser minderwertigen Qualität zu schützen, ersannen die Briten den Hinweis „Made in Germany“. Es dauerte eine Weile, bis aus diesem Hüte(dichvordemkauf)- ein Gütesiegel wurde, aber es gelang und auf diesen Lorbeeren ruhen wir uns heute noch aus.

Der damit einhergegangene Wohlstand sowie der geradezu fundamentalistischen Umsetzung der Devise „Meine Kinder sollen es mal besser haben“ ist ein weiterer Aspekt, der Grund zur Sorge bereitet. Denn ihnen wurde vieles ab-, dafür sie nicht mehr so hart rangenommen. Die Folgen sieht man auf dem Arbeitsmarkt. Einen Arbeitsplatz zu besetzen scheint mit all den Möglichkeiten, die es heutzutage für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt, für ein Unternehmen vor allem eine logistische Aufgabe zu sein. Dies verursacht Kosten, die auf den Endpreis aber nicht 1:1 abwälzbar sind, weil Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer außerhalb ihrer beruflichen Position einfach nur Kundinnen und Kunden sind und dabei dann als homines oeconomici agieren, d.h. sie greifen zu dem Angebot, das ihren auch preislich am meisten zusagt und … ist es das, das sie mitverteuert haben?

In Familienbetrieben gibt es so eine Generationenregel, die ungefähr so aussieht: Die erste Generation baut etwas auf, von der zweiten Generation wird es stabilisiert, die dritte degeneriert. Übertragen auf Deutschland: Wirtschaftswunderzeit, die 80er und nun … sind die Amerikaner Vorreiter in Sachen E-Mobilität (Erfinder des Autos war noch mal wer?), Digitalindustrie (Zuse kam aus welchem Land? – Ohne jetzt arschkriecherisch wirken zu wollen, sind in dem Zusammenhang durchaus auch die Namen Tschira, Hopp, Plattner, Hector und Wellenreuther zu nennen – und die klingen weder ost- noch westpazifisch) und in Sachen Pünktlichkeit und Einsatz, auch wenn sie natürlich auch zeigen, dass man es übertreiben kann (Stichwort: Karōshi (過労死) Tod durch Überarbeiten), haben uns die Japaner längst den Rang abgelaufen – und das nicht nur was Züge angeht (2011 betrug die durchschnittliche Verspätung 36 Sekunden. 2015 waren es beim Tokaido-Shinkansen allerdings fast schon gesichtsverlierende 54 Sekunden (!!!). (Quelle) oder E-Auto (Jahrelang war der Nissan Leaf das meistverkaufte Elektroauto der Welt, jetzt ist es nach dem Tesla 3 immer noch auf Platz 2) (Quelle), sondern sogar Müllentsorgung – wir alle erinnern uns noch an die Fans der japanischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, wo sie ihren Dreck nach dem Spiel selbst aufgeräumt haben (Quelle) und auch deren Team seine Kabine nach dem Ausscheiden in tadellosem Zustand verließen. (Quelle)

„Ja, aber …“

Nicht ‚Ja, aber …’, geneigte/r Leser/in, das ist so – ganz faktisch. Ach so, „aber was das mit dem Spiel zu tun hat?“ Nun gut …

Zuerst einmal sind wir immer noch am Anfang. Und wie beim gestrigen Spiel sieht man hier Ansätze einer Struktur, die aber durch mehr und mehr Interventionen zunichte gemacht werden, so dass das, was man rüberbringen will, nicht wirklich fruchtet. Immer wieder funkt was dazwischen. Dennoch gelang es, beim ersten klaren Vortrag einen Volltreffer zu landen.

Die Aufzählung der Fakten und die Kraft des Image hier war der lange Ball Hübners, den Kramaric perfekt aufnahm. Der Vergleich mit dem TGV war der Schuss Belfodils: kurz, klar, Treffer, versenkt.

Bis dahin glich unsere Abwehr eher einem Hühnerhaufen und ihre Stabilität erinnerte an das Gelbe vom Ei nach zwei Minuten. Aber nachdem das dann mit viel Glück verdaut war … ging es wuchtig weiter und wir in Führung.

Dann kam das Gerede um die lineare Korrelation zwischen Generation und Degeneration – so wie die Gäste zum Ausgleich, nicht zuletzt weil Joelinton als letzter Mann (!!! – ???) das Abseits aufhob. Um den Zustand unserer Abwehr in der Phase positiv zu beschreiben, müsste man das Wort „Kurtrust“ erfinden: Das klingt nach Erholung und Vertrauen, hat aber nichts mit dem zu tun, was man da erwartet: Struktur.

Die nächste Erwartung am 29. März 2019 war der Brexit. Aber seit geraumer Zeit war klar, dass der Termin nicht eingehalten wird. Was als Nächstes passieren wird, ist so klar wie die Suppe der Gerüchteküche am Ende der Transferperiode. Es wiederholen sich die diversesten Rituale. Abstimmungen, Ablehnungen; wieder Abstimmungen, wieder Ablehnungen.

Und bevor wir uns hier in Details verlieren, sparte auch dieses Spiel mit Wiederholungen nicht. Nicht nur, dass dieses Spiel denselben Ausgang hatte wie die Parte in der Hinrunde, auch im Hinspiel verletzte sich nach dem 1:1 für seine Mannschaft Bellarabi in der 1. Halbzeit, wie im Hinspiel erfuhr deren Spiel dadurch einen Bruch, den wir zu nutzen wussten. Wie im Hinspiel war vielleicht nicht kausal, doch zumindest korrelativ für die dringend nötige Besserung unserer Spielanlage verantwortlich. Und war es bis dahin ein gutes Spiel, wurde es jetzt immer mehr zu einem taktischen, aber auch spielerischen Spektakel.

Letzte Woche standen im britischen Unterhaus acht Alternativen zum bisherigen Vorschlag der Premierministerin zur Abstimmung, um den Austritt Großbritanniens auf die ein oder andere Art anders zu gestalten. Und bei aller Unterschiedlichkeit in der Sache war allen Abstimmungen eines gemein: sie scheiterten.

Das bringt uns fast zwangsläufig zu einem anderen geflügelten Wort über unsere Heimat: das Land der Dichter und Denker. Wer denkt da nicht sofort an Kant, Hegel, Schopenhauer, Nietzsche, Goethe, Schiller, Hölderlin. Vielleicht auch Habermas, Sloterdijk bzw. Kafka, Brecht, die Manns? Wie bei uns. TSG? Das ist Kramaric, Bicakcic, Schulz, Baumann, Joelinton, Hübner, Demirbay, vielleicht auch Geiger, Szalai, Kaderabek. Aber wer denkt dabei wirklich an Bittencourt oder Belfodil. Und wer denkt bei Ersterem an Franz Emanuel August Geibel.

Während „Der Erlkönig“ oder „Das Lied der Glocke“ vielen bekannt sein dürfte und das eben nicht nur im Falle „Erlkönig“ aus Autozeitschriften, ist sein 1861 verfasstes Gedicht „Deutschlands Beruf“ den allermeisten Menschen völlig unbekannt – und doch kennt man zumindest dessen Ende:

Und es mag am deutschen Wesen
Einmal noch die Welt genesen.

Es lohnt sich, um hier Missverständnisse auszuschließen, den ganzen Text zu lesen, weshalb wir ihn am Ende in Gänze zum Nachlesen bereitstellen. Der „Beruf“ hat auch nichts mit Arbeit im Sinne von „Austausch von Zeit gegen Geld“ zu tun. Das Gedicht kann, ja muss fast schon, auch wenn im Hinblick auf die deutsche Einheit (bitte Jahreszahl beachten … wir sind im 19. Jahrhundert, nicht: 1989) unter der Führung eines Kaisers als Plädoyer für Europa gelesen werden.

Nehmen wir also diesen Satz und bringen ihn mit einem, vielleicht DEM Jubilar 2019 in Verbindung: dem Grundgesetz. Es wird heuer 70. Und darin ist ein ganz besonderer Artikel, den so (wohl) niemand hat, auch die EU nicht und nicht die Briten (aber die haben eh keine Verfassung im klassischen Sinne). Artikel 67 besagt:

(1) Der Bundestag kann dem Bundeskanzler das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt und den Bundespräsidenten ersucht, den Bundeskanzler zu entlassen. Der Bundespräsident muss dem Ersuchen entsprechen und den Gewählten ernennen.

(2) Zwischen dem Antrage und der Wahl müssen achtundvierzig Stunden liegen.

Besser bekannt ist der Artikel unter dem Schlagwort „konstruktives Misstrauensvotum“. Eine große Lehre aus den Fehlern der Weimarer Republik, wo es ja auch nur ausreichte, jemanden scheiße zu finden – wir wollten hier sprachlich mal wieder etwas profaner werden, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen -, um ihn aus dem Amt zu werfen. Die Folge ist bekannt: Wir bekamen die größte Scheiße überall.

Es folgt nun ein Einschub, den sanfte Gemüter bitte überlesen mögen. Ebenso wie all jene, die meinen, Deutsche hätten keinen Sinn für subtilen Humor:

Erinnerst du dich, geneigte/r Leser/in noch an die Namen der Pflichtverteidiger der NSU-Angeklagten Beate Zschäpe? Sturm, Stahl und Heer. Hallo? Das kann doch ebenso wenig Zufall sein wie die Tatsache, dass Adolf Hitler in BRAUNau am Inn geboren wurde, in BRAUNschweig seine deutsche Staatsbürgerschaft erhielt und Eva BRAUN heiratete. Und dass dies auch die Farbe von Scheiße ist, passt ebenfalls …

Da kann man die Ja-Sager allenthalben verdammen und als unkritisch und devot geißeln wollen, die wahre Kacke kommt jedoch durch Nein-Sager, Reichsbedenkenträger am langen Band (Slogan: „Träge. Träger. Bedenkenträger.“) zustande.

Das sollte man sich auch mal gewahr machen, wenn man wieder mal „Trainer raus!“ brüllt oder sonst wie gegen etwas ist: Was könnte die bessere Alternative sein – und erst, wenn man sich auf eine (ggfs. zwei) geeinigt hat, handelt man.

Ein Fußballspiel selbst ist ein gelebter Artikel 67 – zumindest war es diese Partie, zumindest nach dem Ausfall Bellarabis. Nachdem man sah, dass die ursprüngliche Grundordnung Bayer eigentlich zupasskam, kam von ihnen nach der Umstellung kaum mehr ein Pass in die Spitze an. Nur Brenet hatte immer noch Probleme im Stellungsspiel, aber ansonsten schaltete Bittencourt Havertz komplett aus – und die Mannschaft, immer dann wenn sich die Chance bot, sofort um.

Auch Amiri tat dies: Kaum wurde er für Joelinton eingewechselt, sah er die kurze Unordnung in der Gästeabwehr, marschierte durch sie, passte auf Kaderabek, der passte zurück, Amiri schoss den Ball in die Mitte, das Bein Sven Benders schoss sich ihm entgegen und gab dem Ball das, was Hübner in seinem Rücken auf der Mittelstürmerposition und damit der Ursache für sein Handeln war: die nötige Ablenkung.

Zwar hatten wir zwischenzeitlich wieder einmal eine Führung verloren, aber sie diesmal, wie im Hinspiel, wiedergewonnen. Und wie im Hinspiel gaben wir sie nicht wieder her, sondern bauten sie mit zwei weiteren Treffern aus, die WIR zumindest beide Belfodil zuschreiben. Zuerst verwertete er ein super Zuspiel Grillitschs zum dritten und kurz darauf ein weiteres super Zuspiel, diesmal von Otto. Gegen dieses sollte Kramaric Einspruch gegen die Wertung einlegen. Ein Schnürsenkel macht keinen Torschützen. Andererseits er war in vollem Lauf und der Ball trudelte schon etwas in Richtung Pfosten, so dass es auch nur richtig war, dass er auf Nummer Sicher gehen wollte und nicht völlig zurückzog. Aber ob er, Kramaric, ihn, den Ball, wirklich berührte? Uns egal. Und laut Nachspiel-PK lädt Andrej Ishak zum Essen ein … also alles gut.

Sehr gut auch, dass der als Wandervogel verschriene Belfoldil (dass Spieler, die häufig den Verein wechseln, nicht Zugvögel heißen ist allerdings nicht die Schuld der Deutschen Bahn), hier nun in Hoffenheim endlich sein Nest gefunden hat und immer öfter einnetzt.

Aber uns berührte noch etwas anderes: zum einen David Otto, der sich sofort in das Gefüge fügte und mit seinem Zuckerpass das vierte Tor einleitete, zum anderen die Mannschaft als Ganzes. Endlich, endlich spielte sie schönen Fußball – vor allem schön effizient, denn in puncto irrelevanter Zahlen (gelaufene Kilometer, Ballbesitz, Anzahl der Pässe, Prozentsatz der angekommenen Pässe, Torschüsse, Ecken, Freistöße) waren die Gäste besser. Das nur mal an alle Freunde von Zahlen … oder Geld: Nicht das Haben entscheidet, sondern das Verstehen und daraus richtiges Handeln abzuleiten.

„Jetzt wird es banal“, sagst du, geneigte/r Leser/in?

Entschuldige, das ist nicht unsere Absicht, aber vielleicht denkst du mal an Grundig, AEG, Nokia, Karstadt, Eurowings, Quelle (Arcandor), Lehman Brothers, etc. pp. Und unsere Befürchtung ist, dass da sehr bald noch sehr viele Bekannte mehr stehen werden …

Wie gut also, dass wir bei der Wahl unseres neuen Chefcoaches nicht auf einen Bekannten setzten. Kontinuität ist nur durch Veränderung möglich. Und durch Überraschungsmomente … Mit Alfred Schreuder, den wir hier ja bereits willkommen hießen – und der es vielleicht auch schafft, seinem Landsmann Brenet nicht nur die richtigen Laufwege in der Defensive, sondern auch das Mülltrennen beizubringen (ein kleiner Insider („Is jo n netter Kerl, awwa isch habbsemm schunn hunnaddmool erklärt, der macht’s ääfach nedd.“) :-) … ist dem Verein so ein Überraschungsmoment gelungen – und die Mannschaft kann das immer noch schaffen. Immer noch stehen wir aktuell zwei Punkte besser da als in der Vorsaison Und mindestens einen Platz schlechter) – und/aber am nächsten Spieltag können wir am Samstag ganz entspannt zuschauen, welche Möglichkeiten sich für die Sonntagspartie eröffnen. Mit einem Sieg wären wir immer noch zwei Punkte besser als im Vorjahr, aber plötzlich einen Platz besser, d.h. auf Platz 6 und damit in der EUropa League …

Lange Rede, kurzer Sinn:
Es ist noch alles drin!

Für Hoffenheim und Europa.

Es geht also weiter … Hach, wir sind in TRANCE …


P.S.:

Deutschlands Beruf

Soll’s denn ewig von Gewittern
Am umwölkten Himmel brau’n?
Soll denn stets der Boden zittern,
Drauf wir unsre Hütten bau’n?
Oder wollt ihr mit den Waffen
Endlich Rast und Frieden schaffen?

Daß die Welt nicht mehr, in Sorgen
Um ihr leichterschüttert Glück,
Täglich bebe vor dem Morgen,
Gebt ihr ihren Kern zurück!
Macht Europas Herz gesunden
Und das Heil ist euch gefunden.

Einen Hort geht aufzurichten,
Einen Hort im deutschen Land!
Sucht zum Lenken und zum Schlichten
Eine schwerterprobte Hand,
Die den güldnen Apfel halte
Und des Reichs in Treuen walte.

Sein gefürstet Banner trage
Jeder Stamm, wie er’s erkor,
Aber über alle rage
Stolzentfaltet eins empor,
Hoch, im Schmuck der Eichenreiser
Wall’ es vor dem deutschen Kaiser.

Wenn die heil’ge Krone wieder
Eine hohe Scheitel schmückt,
Aus dem Haupt durch alle Glieder
Stark ein ein’ger Wille zückt,
Wird im Völkerrath vor allen
Deutscher Spruch aufs neu erschallen.

Dann nicht mehr zum Weltgesetze
Wird die Laun’ am Seinestrom,
Dann vergeblich seine Netze
Wirft der Fischer aus in Rom,
Länger nicht mit seinen Horden
Schreckt uns der Koloß im Norden.

Macht und Freiheit, Recht und Sitte,
Klarer Geist und scharfer Hieb
Zügeln dann aus starker Mitte
Jeder Selbstsucht wilden Trieb,
Und es mag am deutschen Wesen
Einmal noch die Welt genesen.

Franz Emanuel August Geibel (1861)
(Quelle)

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