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1. FC Köln vs. 1899 Hoffenheim

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Volltreffer: Physik

Viel DB bei der TSG gegen den FC trotz TGV

Wenn der Trainer des Gegners das sagt, dann muss es ja stimmen:

„Es kann nur noch um Platz 2 gehen!“

Trotz des Unentschiedens hat sich der Abstand dazu nicht verändert. Aber das war ja auch nicht sein Thema. (So viel zu aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten.) Es ging dabei um die von unserem Trainer aufgeworfene Frage, ob Kramarics Lupfer gegen Borussia Mönchengladbach zum „Tor des Jahres“ gewählt werden wird oder der Rückstand der TSG, der in einer Bewegung das verkörperte, was der TSG über die gesamten 90 Minuten nicht wirklich gelingen wollte: ein präzises Zusammenspiel aller hierfür notwendigen Faktoren.

Beim Fallrückzieher wirkt dieses Zusammenspiel ziemlich wild, aber da muss alles in puncto Rotation, Schwerkraft und Timing perfekt passen.

  1. Anlauf & Absprung
    Schräge Position zum Ball (meist 30–45° Winkel zur Flugbahn), Körper leicht nach hinten gelehnt. Der letzte Schritt ist explosiv: Der Standbein drückt den Spieler senkrecht nach oben. Die Hüfte ist schon leicht nach hinten gekippt, damit der Oberkörper Platz für die spätere Rotation hat.
  2. Körperrotation einleiten
    In der Luft müssen Kopf und Schultern aktiv nach hinten-oben gedreht werden. Das ist der Schlüssel: Der Kopf führt die Drehung. Gleichzeitig werden das Spielbein (das schießende Bein) stark anwinkelt – Knie fast bis zur Brust. Dadurch verschiebt sich dein Schwerpunkt nach hinten-oben, und der Spieler beginnt, sich um die Querachse (Schulter-Hüfte) zu drehen.
  3. Höhepunkt der Drehung
    Die perfekte Position ist die waagerechte Lage in der Luft, Bauch nach oben. Der Oberkörper hat sich um etwa 180° gedreht – Kopf zeigt nach hinten, Rücken zur Erde. Das Standbein ist gestreckt, dient als Gegengewicht und stabilisiert die Achse. Das Spielbein ist maximal angezogen, dann plötzlich entfaltet: Hüfte schnappt nach vorn, Knie streckt sich blitzschnell, Fußspitze zeigt nach unten (Supination des Sprunggelenks).
  4. Treffpunkt & Impulsübertragung
    Der Ball muss genau in dem Moment getroffen werden, in dem der Spieler die höchste Rotationsgeschwindigkeit erreicht – meist wenn der Oberkörper schon fast wieder Richtung Boden zeigt. Der Kontaktpunkt liegt idealerweise am oberen Drittel des Balles (nicht mittig!), damit er nicht nur nach oben, sondern auch nach vorn katapultiert wird. Die Fußspitze trifft mit etwa 80–100 km/h (je nach Profi), der Impuls kommt fast vollständig aus der Hüftstreckung, nicht aus dem Bein allein.
  5. Landung
    Nach dem Ballkontakt wird die Rotation fortgeführt – erst Schulter, dann Rücken, dann Gesäß. Das Standbein federt den Aufprall ab, der Spieler landet meist auf dem Rücken oder der Seite.

Physikalisch gesehen ist das Ganze ein perfektes Beispiel für Drehimpulserhaltung: Man startet mit fast null Drehimpuls, erzeugt ihn durch Arm- und Kopfbewegung (die Arme gehen meist nach oben/hinten, um die Rotation zu beschleunigen), und gibt ihn dann komplett ans Bein ab. Die Schwerkraft hilft, schneller zu rotieren – je höher der Sprung, desto mehr Zeit. Das Mehr ist relativ. Das Staunen bei allen war absolut. Der Treffer an sich aber kein Problem, absolut gesehen, denn auch solch ein Tor wird nur einmal gewertet. Relativ war es aber ein Wirkungstreffer, denn schon bis dahin tat sich unsere Elf schwer, der Physis und der Kompaktheit der Hausherren viel dagegen zu setzen.

Das Spiel erinnerte an die Bahn. Der Fahrplan stimmte, die Taktung war per se auch richtig, aber es gab immer wieder Probleme mit der Technik – oder eben externe Eingriffe in den Ablauf – und schon passten die Verbindungen nicht mehr, man verlor seinen Anschluss und kam immer wieder zu spät. Also von Genuss in einem Zug konnte nicht die Rede sein …

Gerade der defensive Bereich kam immer wieder unter Zugzwang, wehrte sich aber tapfer, rannte viel und hat dann den Gegner / Ball doch noch erwischt oder ihn aufs Abstellgleis bugsieren können.

Nach und nach klappten dann auch die Weichenstellungen in die Offensive. Es ruckelte zwar immer wieder, aber letztlich kam man da an, wo man wollte: vorm Tor der Hausherren. Nur mit dem „ins Tor“ haperte es noch, bis Defensivloks Coufal und Kabak über den Zwischenstopp Hajdari den Rückstand wettmachten.

1:1 – ziemlich überraschend, aber Bahnfahrer/innen kennen das auch: Andauernd passiert irgendwas, da geht da was nicht, dann geht dort was nicht, aber plötzlich ist doch alles gut. In solchen Momenten ist dann natürlich auch die Hoffnung auf Besserung da.

Gerade in der Saison ist es uns ja schon des Öfteren gelungen, gerade auch vor dem Halbzeitpfiff einen Vorsprung herauszufah…spielen, und auch diesmal sah es ganz danach aus. Doch just als der Ball nach einer fantastisch schnellen Kombination über mindestens 60% des Platzes bei seiner Endstation (Burger) angekommen war, wurde er durch eine Sprunggrätsche zur Ecke umgeleitet.

Die Schluss Minuten des ersten Durchgangs sowie die Erfahrung der vorangegangenen 22 Partien machten jedoch Hoffnung, dass der Trainer eine Umstellung vornehmen würde. Klar, Wagen 7 muss bleiben, schließlich ist das meist der Ausgangspunkt für Erfrischungen, aber was war mit Nr. 6? Sie lief nicht so 100% rund. Das war unsere Laienmeinung. Der Mann, der sich damit aber wirklich auskennt, hat das Ensemble einfach anders gewichtet, so dass eine andere Achsverteilung für eine bessere Grunddynamik sorgte.

Die Hausherren hatten es auf einmal deutlich schwerer, uns aufzuhalten. Wir kombinierten gefälliger, zügiger, wodurch wir immer schneller vors Ziel kamen. Doch leider hatte Touré eine Unwucht in seinem Schussbein, so dass er seine beste Chance von links nach links verzog. Dann plötzlich landete der Ball nach einem Angriff über rechts im Ziel, doch nach Meinung des Linienrichters war der Ball schon jenseits der Torauslinie.

Wir bezweifeln das TROTZ Ansicht der Bilder, denn wie sehr die täuschen können, wissen alle, die sich an das Spiel Japan-Spanien bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 erinnern können.

Ganz wichtig ist hierbei der Blickwinkel, der gerne einmal ein großes „Loch“ aufweist zwischen der Stelle, wo er den Rasen berührt und dem Ende der Linie, aber dieses „Loch“ kann schon recht groß sein, auch wenn der Ball noch „drin“ ist, denn der Ball ist erst dann im Aus, wenn er mit kompletten Durchmesser (nicht: Umfang) – und das ist mehr als ein DIN A 4 Blatt breit ist (21:21,97 cm) – über der Linie ist.

Es war aber wohl überprüft worden, und die Entscheidung des Schiedsrichtergespanns als korrekt bewertet. Schlussfolgerung:

Unsere 6 war völlig grundlos nicht zügig genug. Hörte er irgendwoher ein „Vorsicht an der Bahnsteigkante“?

Doch bevor man sich wirklich aufregen konnte über den „Pfauenexpress“, gab es links schon wieder TGV (Touré à grand vitesse). Diesmal zog er nach innen und verzog auch den Ball nicht außen, sondern knallte ihn ans Gebälk. Er sprang zurück, Kramaric hoch, Kopfball, Parade des ehemaligen TSG-Keepers. In der Szene vibrierte alles, aber auch die HawkEye-Anzeige des Schiedsrichters.

Tor. Der Ball war signaltechnisch und danach auch optisch nachgewiesen in vollem Durchmesser hinter der Linie. Hier musste der VAR nicht eingreifen und zuvor durfte er es nicht. Bei „Foul im Vorfeld“ darf er das, bei „falschem Einwurf“ nicht: Glück, TSG.

Aber es war das Glück des Tüchtigen, aber leider auch nur des Flüchtigen, denn eine erneute Verkettung von nicht zusammenpassenden Interaktionen, sorgte für den Ausgleich – mehr oder weniger im Gegenzug.

Wäre da der Ball etwas fester als mit seinen 0,8 – 0,9 bar aufgeblasen gewesen, hätte sich natürlich auch sein Durchmesser etwas erhöht, wodurch der Kontakt mit Baumanns Wade womöglich gereicht hätte, den Ball zur Ecke abzulenken. Aber wer weiß, ob der Ball vier Minuten zuvor dann auch nicht noch ein My Kontakt zur Torlinie gehabt hätte. Da hätte dann zwar auch sehr vieles vibriert, aber halt nicht das Signal am Handgelenk des Schiedsrichters. Andererseits wäre dann Prömels Ball vielleicht nicht im Toraus gewesen, so dass … Ja, es war alles eine Frage des Drucks. Drucks und Fläche.

0,8 – 0,9 bar beträgt der Druck eines Bundesliga-Spielballs und damit entspricht er ungefähr dem einer Luftmatratze. „Das kann nicht sein,“ sagst du, geneigte/r Leserin? „Eine Luftmatratze dopst doch nicht. Und fühlt sich überhaupt viel weicher an.“ Und da sieht man mal wieder, dass Gefühl als Erklärung für einen Tatsache nicht falsch sein muss, aber dennoch völlig in die Irre führen kann.

Der Unterschied ergibt sich durch die Unterschiede im Volumen (eine Matratze hat locker 100–200 Liter Luft, der Ball nur 5 Liter. Der Druck verteilt sich also auf eine viel größere Fläche → weniger „Spannung“ pro Quadratzentimeter.), Material (Matratzen-Gummi ist flexibel und nachgiebig, der Ball hat eine straffe, fast starre Lederhaut) sowie der Kontaktfläche (Bei einer Luftmatratze drückt man auf eine große, weiche Fläche, beim Ball auf einen kleinen, harten Punkt.).

Die Fläche eines Fußballplatzes beträgt riesige 7.140 Quadratmeter. Jetzt kann man sich auch einmal überlegen, was hier gepumpt werden muss, um entsprechend hohen Druck aufzubauen.

Unsere Elf erbrachte dafür wieder eine Mörderleistung: Sie lief fast 120 Kilometer und damit rund 5 Kilometer mehr als der Gegner, hatte 64%-Ballbesitz und in puncto Torschüssen waren wir sogar 100% besser (18:9), aber da in dem einzigen Punkt, auf den es wirklich ankommt in all den Statistiken, die gleiche Zahl stand, gab es auch nur einen Punkt für uns auf unser Konto.

Somit können wir uns immer an den Worten des Trainers des Gegners erfreuen:

„Es kann nur noch um Platz 2 gehen!“

Also, los: Weiter …

Abfahrt …

 

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