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Akademikerfanclub 1899 Hoffenheim Rhein-Neckar Heidelberg 2007 e. V.

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Bayern München vs. 1899 Hoffenheim

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Der Triumph des Widerstands

Im Trash gibt es einiges an Food (for thought)

Es war ein Skandal. „Ganz Deutschland“, wie es immer in den einzelnen Echokammern heißt, spräche darüber, obwohl es letztlich die meisten nicht interessiert. Zumindest sagen sie das. Wie dem auch sei, das Ergebnis steht fest: Gil Ofarim ist „Dschungelkönig“.

Nein, geneigte/r Leser/in, wir drehen jetzt nicht „schon wieder“ ab. Wir wollen nur nicht den Fehler machen, ausschließlich aufs Offensichtliche zu schauen. Erstens sahen das alle, womit wir keinen Mehrwert böten, zweitens übersieht man da den ein oder anderen Witz. Und einen Witz erkennt man nur mit Abstand zu einer Sache. Wenn man sie aus verschiedenen Perspektiven sieht. Das muss man natürlich wollen.

Wer nur seinen Blickwinkel hat und auf den beharrt, der hat zwar keine Probleme damit, seine Sicht der Dinge zu erklären, aber ob es der Wahrheitsfindung und/oder gar der Sache dient? Und wer das an dieser Stelle tut, unterscheidet sich wie genau von Schiri Schieler? (Name geändert)

Nein, wer seinen Horizont erweitern will, muss schon mal über den eigenen Tellerrand hinausblicken – und vielleicht erklären die veränderten Nahrungsaufnahmemethoden der Gegenwart die Schwierigkeiten, die unsere Gesellschaft mit Sichtweisen hat.

Kein Witz:

Früher gab es ein Frühstücksbrettchen. Das hatte keine erhöhenden Rand.

Dann Frühstücksteller. Diese haben zwar meist eine Fahne, wie Fachleute den Rand zwischen dem äußeren Rand eines Tellers („Roll“) und der Anrichtefläche („Spiegel“) nennen.

Gleiches gilt auch für klassische „flache“ Teller sowie Coupteller, also flache Teller mit durchgehendem Rand ohne Absatz („Fahne“).

Bei „tiefen“ oder Suppentellern wird es dann schon schwieriger, vom Boden her („Spiegel“) über den Rand zu sehen. Aber wer isst denn heutzutage noch Suppen oder Eintöpfe? Und wenn, wer benutzt dafür klassische Suppenteller? Nimmt man da nicht lieber einen Pastateller, wo nicht nur die Fahne größer ist, sondern auch der Abstand zwischen Spiel und Roll?

Und die jüngeren Menschen, woraus essen sie? Schalen oder, neudeutsch: Bowls. Oder, aus vermeintlicher Schmutzvermeidungseffizienz, Näpfen, Schüsseln oder Töpfen.

Womit bewiesen wäre: Es besteht eine deutliche Korrelation zwischen den Rändern des Geschirrs und der Ränd…Rhetorik in der Gesellschaft.

Und interessanterweise wird ja viel mehr über den Inhalt gesprochen und wie wichtig der sei (Vitamine, Proteine, Ballaststoffe, gute Fette, Mineralien, Kalorien etc. pp.), aber der scheint es keine Korrelation zu geben …

… höchstens die, dass es vor vielen Jahren, als man darüber nicht sprach, weniger fett…adipöse Menschen gab. Also … Abstand halten, wann immer es geht.

Akpoguma konnte das in der 16. Minute natürlich nicht und Schiri Schieler (Name geändert) dürfte – vielleicht in Vorfreude auf das Endspiel um die US-amerikanische Meisterschaft im American Football) – eine Superbowl gegessen haben.

Statt Freistoß für die TSG, gab er Elfmeter für die Bayern und Rot für unseren Verteidiger – und laut Medienberichten folgende Begründung dafür ab:

Anders gesagt: Er sah Diaz im Zweikampf, er sah ihm am Boden, der Rest ist … was ist das Äquivalent zu „Hörensagen“? … „Erspinnenhandeln“?

Mögliche Erklärung: Es gibt keine direkten Informationen oder Aufzeichnungen darüber, dass der Mann ein Spiel geleitet hat, in dem Neymar auf dem Platz stand.

Keine Erklärung haben nicht nur wir, sondern auch Manuel Gräfe nicht, warum der VAR nicht eingegriffen hat. Er sah wohl dafür keinen Grund.

Vielleicht sieht er es heute, mit einem Tag Abstand, anders. Das ist nun zu spät. Außerdem halten wir es mit unserem Cheftrainer:

„Jammern zeugt nicht von Siegermentalität!“

Wir halten aber sehr viel davon, NEIN – NICHT „JAMMERN!!!!“, sondern die Dinge mit Abstand, sachlich, ganzheitlich zu sehen. Warum? Darum:

 

 

 

 

Die Quelle des Zitats, das Portal „FUMS“ ist nun wahrlich nicht für seine Hoffenheim-Nähe bekannt, vielmehr nutzten sie gerade vor dieser Partie die unsägliche Thematik der Stadionauslastung als Beleg für die Aussage „Der moderne Fußball ist gescheitert.“

Die Logik der Beweisführung entsprach dem Klassiker:

„Mein Großvater hat ein Holzbein.
Ein Esstisch hat ein Holzbein.
Mein Großvater ist ein Esstisch.“

Und auch das öffentlich-rechtliche Portal „WUMMS“, das sich als „satirisches Sport-Format“ sieht (produziert von Funk – Koop von Radio Bremen mit dem NDR), kam nicht umhin, diese Entscheidung für ein Meme zu nutzen:

Wie also im Hinspiel bekommen die Bayern einen grundlosen ersten Elfmeter aus dem Nichts, nur viel früher und wesentlich folgenreicher: Platzverweis nach gerade einmal einer Viertelstunde. Und das „für“ einen Innenverteidiger, bei den Bayern, die mit vollster Kapelle antreten konnten, während wir mehr als ein Drittel unserer A-Elf ersetzen mussten (Burger, Lemperle, Bernardo, Hranac).

Schon bei der Bekanntgabe der Aufstellung ward klar, dass es einer Monsterleistung samt Sahnetag unserer Elf bedürfen dürfte, was Zählbares aus München mitzunehmen.

Nach dieser grotesken Fehlentscheidung – Freistoß für die TSG wäre richtig gewesen –, diesem Geschenk für die Gastgeber mit riesiger roter Schleife drum, ging es aber gefühlt nur noch um die Höhe der Packung. Wäre nicht die erste dort …

Aber – so viel zum „gefühlt“ – weit gefehlt. Zwar hatten die Bayern direkt im Anschluss an den Führungstreffer (Baumanns Handschuh berührte zwar Kanes Schuss noch, aber das reichte leider nicht, um ihn abzuwehren.) noch die ein oder andere Riesenchance, aber … HÄ? … wir auch: Kabak, Asllani, Kramaric.

Unsere Elf presste in der Phase weiter sehr hoch und auf einmal mussten wir dem kosovarischen Eiskunstlaufverband unsere Dankbarkeit aussprechen, dass sie Asllani nicht für die Olympischen Spiele nominiert hat, denn wie er den Lupfer Neuers über ihn durch eine 180°-Pirouette runterfischte, auf Kramaric legte, war schon sensationell gut. Ausgleich. In Unterzahl. Und IN München.

Schon bei unserem letzten Auswärtsspiel gelang uns ein Tor in Unterzahl, aber in einer komplett anderen Situation und Konstellation.

Und fast hätten wir den Ausgleich in die Halbzeit gerettet, aber dann machte Coufal den gleichen Fehler wie Akpoguma: Er ging im Strafraum in einen Zweikampf mit Diaz. Dieser nutze wieder die Kombination Stehen-Liegen und überließ Schiri Schieler den Rest. Der pfiff auch artig.

Wie im Hinspiel gab es also zwei Elfer für die Bayern, und wie im Hinspiel waren beide drin. Das Hauptproblem war aber der Konter kurz nach Wiederanstoß, bei dem Diaz diesmal nicht nur „Vorbereiter“ war.

Die zweite Halbzeit nutzten die Bayern zur Schonung für das anstehende Pokalspiel Mitte der Woche. Andererseits wurden sie auch immer wieder von unserer Offensive gefordert, wenngleich wir diese Möglichkeiten nicht so perfekt zu Ende spielen konnten, wie es nötig gewesen wäre. In der Defensive schwanden verständlicherweise ebenso nach und nach die Kräfte.

120,48:114,45 hieß es am Ende in der Statistik bei den gelaufenen Kilometern – für die Bayern. Rechnen wir das runter, heißt das pro Spieler, dass jeder Spieler von uns rund 500 Meter mehr laufen musste, spielten wir doch 5/6 der Zeit nur zu zehnt. Dass da am Ende Kondition und Konzentration litten, ist da nachvollziehbar – und dennoch konnten die Bayern die zweite Halbzeit gegen zehn aufopferungsvoll kämpfende Hoffenheimer nur mit 2:0 gewinnen.

Ja, wir haben einen Spieler verloren. Ja, wir haben das Spiel verloren. Aber nicht die Nerven. Und erst recht nicht den Witz (siehe oben) und vor allem nicht die Zuversicht in dieses Team (höre Song) und unsere angeblich nicht organisierten Fans.

Schlusspfiff.

Nachspiel:

Was Henssler da angerichtet hat, war ihm im Moment des Anstoßes (also seines) nicht bewusst. Er hatte sich einen klaren Plan zurechtgelegt, der vor allem genährt wurde aus der eigenen Lebenserfahrung sowie dem Feedback der eigenen Bubble.

Es gibt ja den bekannten Rat des „digital detoxing“, wonach man sich Zeiten schaffen soll, wo bei sich von allen digitalen Medien, insbesondere den „Sozialen Medien“ fernhalten soll, um zur inneren Ruhe zu kommen, zur Einsicht, zur Besinnung. Gewiss schadet das nicht. Doch darüber hinaus empfehlen wir das „reality botoxing“. Es ist nämlich das beste Antidot gegen die Wahrnehmung der eigenen Bubble sowie ein Stresstest für die eigene Gretchenfrage: „Wie hältst du’s mit deinen eigenen Werten?“ (oder größer: „… der Demokratie?“)

Wir geben zu, dass wir da nicht besonders firm mit den einzelnen Formaten sind, aber „Ich bin ein Star. Holt mich hier raus!“ ist uns bekannt, wenngleich wir uns immer wieder fragen, wer denn diese vermeintlichen „Stars“ sind. Aber die Tatsache, dass wir sie nicht kennen, sagt mehr über uns, denn über sie aus. Sie haben allesamt eine wesentlich größere Reichweite als wir. Sie bekommen für jedwede Äußerung Hunderte Male mehr „Likes“. Das mag man ja bewerten, wie man will, aber muss man das? Kann man das nicht einfach mal zur Kenntnis nehmen, dass es mehr Menschen gibt, die sich an für Geschrei, Gekeife, Gezeter interessieren sowie verbale Angriffe und auch optische Ansichten unter der Gürtellinie mehr Aufmerksamkeit und Gefolgschaft findet als jene auf die grauen Zellen?

In diese Reihe passen bestens „Hopp, verpiss dich!“ oder „Böllerwerfer haben in Hoffenheim immer noch nichts verloren. Schicker bleib fort!“.

Letzteres kommentierte bild.de am 4. Oktober 2024 mit dem Wortspiel „Diese „Fans“ haben einen ordentlichen Knall!“

Und für alle, die sich in diesen schnelllebigen Zeiten nicht mehr daran erinnern können oder es schlicht nicht wissen: Herr Schicker trägt links eine Unterarm-Hand-Prothese, weil ihm aus eigener Dummheit ein Böller in der linken Hand explodiert ist, die dann amputiert werden musste.

So ein Banner ist selbstredend widerlich, aber das ist auch Bullenanus um Straußenpenis auf Kotzfrucht. Aber Letzteres kommt halt an. Die Einschaltquoten sind hoch. Die Werbeblöcke sowie Soziale Medien voll. Bei diesem und anderen Formaten. Trash sells. Und wenn das eines Menschen Referenzwelt ist, dann ist das eigene Handeln nur kongruent. Bei anderen sind es Literaturkreise und klassische Konzerte, die therapeutische Hilfe brauchen, weil sie nicht in der Lage sind, ihren Groll subjektiv emotional-kongruent zu verbalisieren. „Ihr seid doch alle impotente Wichser!“ wäre für sie einfach eine undenkbar flätige Formulierung – und auch unter objektiven Gesichtspunkten würde es ihren Ansprüchen an die eigene Intellektualität nicht entsprechen. Für andere ist es eine herzliche Begrüßung.

Diese Lautstärke schränkt natürlich auch das eigene auditive Wahrnehmungsvermögen ein. So gab es im „Dschungelcamp“ eine junge Frau, die ihren Standpunkt bei jeder sich bietenden Gelegenheit – und wenn sich keine bot, schuf sie sie – so schrill und beleidigend wie möglich kundtat. Als sie von einem Mitspieler ein Schaf mit der Begründung geschenkt bekam, weil sie immer meckere, war die Einsicht fern. „Ich meckere gar nicht immer!“, meckerte sie.

Sie schoss stets gegen den späteren Sieger, der ihren moralischen Vorstellungen nicht entsprach („Du bist ein Lügner und für mich wirst du immer ein Lügner bleiben.“, „Du bist Schmutz!“, „Du bist so räudig.“). Inhaltich mag das ja nachvollziehbar sein, aber was war ihr Ziel? Dass Herr Ofarim RAUSgewählt wird? Nun, dann hat sie das Konzept nicht verstanden. Niemand wird rausgewählt. Die Leute stimmen mit einem Anruf darüber ab, wer eine Runde weiterkommt.

Und eines Tages hieß es für sie völlig unerwartet:
„Das Camp heute verlassen muss … Ariel.“

Sie wurde aber nicht RAUSgewählt. Sie hatte nicht genügend Menschen mobilisieren können, die für ihren Verbleib in der Sendung anriefen. Im Ergebnis mag das keinen Unterschied machen, aber das Zustandekommen des Ergebnisses sollte man bei seinen Aktionen schon bedenken.

Die Entscheidung, die die Zuschauer treffen, ist also nicht GEGEN wen, sondern FÜR wen. Ein Denkfehler, den aber nicht nur sie macht – und nicht nur in diesem RealityTVFormat. Reality Botoxing. 🙂

Nun hätte Herr Henssler und seine Unterstützer, die sich ja als (einzig legitime) Vertreter der „aktiven Fanszene“ sehen, sicherlich nicht gedacht, dass gewisse Verhaltensmuster aus dem Kindergarten (Wut, Trotz, Zorn) in der realen Welt der Erwachsenen auf einen solchen Widerstand stoßen – und dass – und vor allem wie schnell und resolut – sich die angeblich nicht organisierten, weniger aktiven, Fans organisieren und aktivieren lassen.

Die Information über die geplante Degradierung des Vaters des Erfolgs (Andreas Schicker) kam wie ein Bumerang zurück – und flog ihnen um die Ohren.

In Windeseile wurde eine Webseite geschaffen und dort ein Offener Brief von Fans, Freunden, Partner und Sponsoren der TSG veröffentlicht mit aktuell rund 100 Unterschriften.

Wer diese Aktion namentlich unterstützen möchte, schreibe einfach eine E-Mail an brief@akademikerfanclub.de.

Es gab dazu dann auch eine Stellungnahme des kommissarischen Vorsitzenden des e. V., der inhaltlich bestens nach Berlin gepasst hätte (also in die Politik, nicht die Hertha, obwohl es auch zum dortigen aktuellen Geschäftsführer beste Verbindungen gibt).

„Warum Worte verwenden, wenn ein weißes Blatt den gleichen Inhalt hat.“ war der lustigste, uns bekannte Kommentar dazu.

In der Stellungnahme selbst gab es keine Stellungnahme zu den Vorwürfen, sondern lediglich allgemeine Formulierungen wie z. B.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die administrativen und organisatorischen Prozesse so aufzustellen, dass sie den hohen Anforderungen eines modernen Proficlubs dauerhaft gerecht werden. Dies geschieht in einem laufenden Prozess der Qualitätssicherung, der völlig unabhängig vom jeweiligen sportlichen Erfolg zu betrachten ist.

Ausdrücklich möchte ich betonen, dass die fachliche Arbeit im sportlichen Bereich meine volle Wertschätzung genießt. Die sportliche Entwicklung der letzten Monate ist ein Beleg für die Kompetenz der handelnden Personen.“

Ein Bekenntnis zum Status quo läse sich anders. Aber es gab auch Konkretes:

„Was in den vergangenen Tagen in Form von Drohungen, persönlichen Angriffen und Hasskommentaren gegen meine Person geäußert wurde, überschreitet jede Grenze des respektvollen und sachlichen Umgangs. Solche Äußerungen – insbesondere Drohungen – sind in keiner Weise akzeptabel und haben in unserem Verein keinen Platz. Ich verurteile diese Form der Kommunikation aufs Schärfste.“

Natürlich sind Drohungen, persönliche Angriffe und Hasskommentare alles andere als respektvoll und sachlich. Aber erinnern wir uns an die Banner gegen Herrn Hopp und Herrn Schicker. Die sind nun was? Ausdruck einer lebendigen aktiven Fanszene? Hmmmm …

„Kasperletheater“ soll Herr Schicker laut sky das ganze Theater genannt haben – und das ist wohl der beste Kommentar dazu, wenngleich er damit in der Trashwelt kein Aufsehen erregen würde. Aber das ist auch wahrscheinlich zumindest SEIN Ansinnen nicht. Ihm geht es ums TSGewinnen – und davon lässt er sich hoffentlich ebenso wenig von irgendwelchen fundamentalistischen Kasperls – seien es jetzt Funktionäre oder Pfeifen –abbringen wie Team und Trainer von dem sensationellen erfolgreichen Weg durch diese Niederlage.

„Jammern zeugt nicht von Siegermentalität!“

Wir sind TSG.

Wir sind nach wie vor Dritter in der Bundesliga. Und auch wenn die aktuelle Nr. 2 im e. V. dagegen schießt oder Schiri Schieler dagegen pfeift, Platz 2 in der Tabelle ist machbar. Weiter geht’s …

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